Investmentidee des Tages
Solaraktien sind wieder günstig bewertet

In den letzten Monaten gerieten Solarwerte massiv unter Druck, obwohl Analysten den deutschen Unternehmen immer noch gute Wachstumschancen prophezeien. Aber die zunehmende Konkurrenz aus Asien und ein befürchtetes Überangebot ließen die Aktien einknicken. Nun sind die Titel aus der Branche wieder günstig bewertet. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

FRANKFURT. Beim Thema erneuerbare Energie steht die Solartechnik an prominenter Stelle. In Deutschland wird die Branche, auch wegen des Erfolgs im Aktienmarkt, schon seit geraumer Zeit aufmerksam beobachtet. Aber auch im Ausland fördern neue Richtlinien die Expansion des Sektors. Deutschen Unternehmen prophezeien Analysten daher immer noch gute Wachstumschancen, denn sie sind nicht nur Technologieführer, auch ein sicherer Heimatmarkt stärkt den Rücken.

Eine dominierende Rolle in der Solartechnik übernimmt die Photovoltaik (PV), die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in Elektrizität. Unternehmen wie Q-Cells, Solar World, Ersol oder Solon vertreten die Branche im deutschen Technologie Index (TecDax) zahlreich. Aber auch die noch relativ unbedeutende Solarthermie und die solarthermischen Kraftwerke gewinnen mit dem hiesigen Anbieter Solar Millennium an Aufmerksamkeit.

Noch ist Deutschland – dank seiner aktiven Förderpolitik – der wichtigste Markt für Solarenergie weltweit. Bis 2020 sollen die erneuerbaren Energien einen 20-prozentigen Anteil der hiesigen Stromversorgung bestreiten. International sagen Roland Berger sowie das Schweizer Bankhaus Sarasin der Branche bis dahin ein jährliches Wachstum von 20 Prozent voraus.

„Zuletzt ging es den Solaranbietern so gut, dass eine zusätzliche Senkung der Subventionen in Deutschland sowie in Spanien geplant ist“, erklärt Sven Kürten von der DZ Bank. Das EEG-Gesetz für Erneuerbare Energien verpflichtet Betreiber von Stromnetzen, Elektrizität dieses Bereichs einzuspeisen und nach festgelegten Preisen zu bezahlen. Auch in anderen Regionen Europas findet die hiesige Energiepolitik Nachahmung, besonders im sonnigen Mittelmeerraum. „Ähnlich wie schon in Spanien, erwarten wir dieses Jahr in Italien und bald auch in Griechenland ein sehr starkes Wachstum der Branche“, so Citigroup-Experte Benjamin Kluftinger. Selbst jenseits des großen Teichs seien deutsche Branchenriesen gut im Geschäft mit der Sonne etabliert.

In den letzten Monaten gerieten Solarwerte aber massiv unter Druck. „Bedingt wurde der Kursrutsch nicht nur durch geplante staatliche Fördermittelrückgänge. Auch die zunehmende Konkurrenz aus Asien und ein befürchtetes Überangebot ließen die Aktien einknicken“, erklärt Kürten. Gerade jetzt seien die Werte günstig bewertet und „sehr interessant zu besitzen“, kommentiert Analyst Kluftinger.

Gute Chancen bei den Großen: Lag der Kurspreis des Branchenlieblings Q-Cells etwa zu Jahresende bei gut 100 Euro, befindet er sich aktuell fast bei der Hälfte. „Wir trauen Q-Cells eine starke Kostenreduktion zu. Zudem hat das Unternehmen mit der erneuten Anhebung der Prognosen den Markt sehr positiv überrascht“, so Kluftinger. Seit dem Abschluss eines neuen Silizium-Liefervertrags verkündet Q-Cells am Donnerstag einen Zuwachs im Vorsteuerergebnis von 27 Prozent auf 250 Mio. Euro an. Die UBS lobt die hoch gestreckten Unternehmensziele für 2008 und empfiehlt den Kauf mit einem Kursziel von 93 Euro. „Gerade bei großen Playern, die langfristig eine konkurrenzfähige Stromproduktion ermöglichen, sind die Aussichten sehr gut“, kommentiert Kürten von der DZ Bank.

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