Investmentidee des Tages
Wie Sie den Markt mit Leichtigkeit schlagen

Aktienrenditen, die deutlich über dem Marktdurchschnitt liegen? Nichts leichter als das! Investmentprofi Joel Greenblatt hat das Patentrezept offenbar gefunden; zumindest behauptet er das in seinem Buch „Die Börsenzauberformel“. Anleger brauchen bei der Anwendung der Formel vor allem Geduld – und 22,90 Euro. Die tägliche Investmentidee auf Handelsbatt.com.

DÜSSELDORF. 163 Seiten umfasst die Anleitung zum reich werden – inklusive Anhang. Wer Erfolg haben will an der Börse, müsse nicht die kompliziertesten Formeln oder Fachbegriffe kennen, schreibt Joel Greenblatt, der zugleich Gründer der privaten Vermögensverwaltung Gotham Capital und Professor an der Columbia Business School ist. Die richtigen Aktien an der Börse zu finden, sei gar nicht so schwer. Es komme dabei ím Wesentlichen auf die Kombination zweier Kennziffern an.

Die Gewinnrendite: Greenblatt erklärt den Wert eines Unternehmens am Beispiel einer fiktiven Kaugummi-Firma. Entscheidend sei, wie viel Gewinn je Aktie für den Anteilseigner herausspringe. Das in Relation zum Aktienkurs des Unternehmens gesetzt, ergibt die sogenannte Gewinnrendite (Gewinn je Aktie/aktuellen Aktienkurs * 100). Am Beispiel der Kaugummi-Firma beträgt diese zehn Prozent. Ob das ein lohnendes Geschäft ist, hängt davon ab, was der Investor bei alternativen Anlageformen bekommt. Als sinnvolles Vergleichsinstrument nennt Greenblatt die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen. Liegt diese bei vier oder fünf Prozent, sind die möglichen zehn Prozent eines Aktieninvestments durchaus lukrativ; liegt sie etwa bei sieben oder acht Prozent, lohnt das Börsenrisiko nicht. Denn die Anlage in Staatsanleihen gilt im Vergleich zu Aktien als sehr sicher.

Die Kapitalrendite: Die zweite wichtige Variable der Greenblatt'schen Zauberformel ist die sogenannte Kapitalrendite. Sie drückt nichts anderes aus als das Verhältnis von eingesetztem Kapital zum Gewinn. Beim Beispiel der fiktiven Kaugummi-Firma investiert die Unternehmensführung in den Aufbau ihrer Filialen 400 000 US-Dollar. Diese erwirtschaften jährlich einen Gewinn von 200 000 US-Dollar. Setzt man beides in Relation (200 000/400 000 * 100) ergibt das eine Kapitalrendite von 50 Prozent. Ein sehr gutes Geschäft.

Das wichtige für die Börsenzauberformel ist die Kombination beider Variablen. Ein Unternehmen, dessen Aktien es sich zu kaufen lohnt, sollte sowohl eine überdurchschnittlich hohe Gewinnrendite aufweisen als auch aus dem eingesetzten Kapital möglichst hohe Erträge herausschlagen. Zu klein dürfen die Unternehmen allerdings nicht sein. Greenblatt empfiehlt Firmen ab einem Börsenwert von etwa 50 Millionen US-Dollar. Die Auswahl der Aktien erfolgt über das Internet, genauer gesagt über die Seite magicformulainvesting.com, die die großen US-Unternehmen je nach Qualität der Kennziffern in eine Rangfolge bringt.

Ist die Liste erstellt, sollten die Anleger Greenblatt zufolge Aktien der besten fünf bis sieben Unternehmen kaufen; zunächst reicht es, 20 bis 30 Prozent des vorgesehenen Kapitals zu investieren. Danach sollen im Abstand von zwei Monaten weitere Aktien zugekauft werden. Nach knapp einem Jahr befinden sich dann Aktien von etwa 20 bis 30 Unternehmen im Depot.

Jede Aktie sollte Greenblatt zufolge ein Jahr nach dem Kauf wieder verkauft werden. Die Erlöse werden dann wiederum in die gleiche Anzahl Aktien neuer Unternehmen investiert. Die ganze Prozedur sollte über mindestens drei bis fünf Jahre durchgehalten werden; sonst könne die (Zauber)Formel nicht wirken, schreibt Greenblatt. Von 1988 bis 2004 erzielte er mit dieser Taktik eine Rendite von knapp 31 Prozent; der S&P 500-Index legte im gleichen Zeitraum lediglich 12,4 Prozent zu.

Christian Panster
Christian Panster
Handelsblatt Online / Ressortleiter Finanzen
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