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Vertrauen lässt sich nicht drucken, nicht kopieren und nicht faxen. Im siebten Jahr nach der existenziellen Krise beim amerikanischen Kopierer-Hersteller Xerox ist das Geschäft zurück in den schwarzen Zahlen, nicht aber der Aktienkurs. Dabei ist das Traditionsunternehmen innovativer denn je – doch das Misstrauen der Investoren sitzt tief.

NEW YORK. Während Rivalen wie Hewlett-Packard in den vergangenen Wochen neue Höchststände an den Börsen erreicht haben, ist die Xerox-Aktie selbst mitten im neuen IT-Boom nie vom Fleck gekommen. Dabei wird der Turnaround, den das mächtige Frauen-Team um Vorstandschefin Anne Mulcahy und Präsidentin Ursula Burns hingelegt hat, allseits anerkannt. Die Schulden – einst mehr als sieben Milliarden Dollar – sind inzwischen mehr als halbiert. Der Nettogewinn des Konzerns erreichte im Vorjahr 1,2 Milliarden Dollar – eine allmählich wieder vorzeigbare Marge bei knapp 16 Milliarden Dollar Umsatz.

Hinzu kommt: Die Traditionsfirma, die 1995 das erste Multifunktionsgerät mit Drucker, Kopierer, Fax- und Scan-Funktion auf den Markt brachte, ist innovativ wie selten zuvor: Weil mehr als 40 Prozent aller Ausdrucke innerhalb eines Tages in den Mülleimer fliegen, brüten Xerox-Ingenieure derzeit an Papier, das nach kurzer Zeit seine Farbe verliert und wiederbedruckt werden kann. Ein neuer Farbdrucker, der genauso günstig drucken soll wie Schwarz-Weiß-Geräte, wurde gerade erst in die Regale gestellt und in erster Linie gegen Hewlett-Packard positioniert.

Dennoch sitzt das Misstrauen der Investoren tief. Einen Grund sehen Analysten darin, dass die Umsätze des Konzerns seit fünf Jahren wie eingefroren sind. Xerox muss schon Firmen wie die im Mai 2007 übernommene Global Imaging Systems integrieren, um die Erlöse in Schwung zu bringen. Für den Anbieter von Bürosystemen zahlte der Konzern 1,5 Milliarden Dollar.

Aus eigener Kraft ist auch 2007 kein Durchbruch in Sicht: Klammert man die jüngste Akquisition sowie positive Währungseffekte aus, ist der Konzernumsatz im dritten Quartal gerade mal um zwei Prozent gewachsen. Die meisten Bereiche sind entweder geschrumpft (wie das einst boomende Geschäft mit Schwarz-Weiß-Drucken) oder so hart umkämpft, dass in der Branche gleich Hyperkonkurrenz ausgebrochen ist. Zwar ist Xerox auf das höherpreisige Segment mit Firmenkunden spezialisiert und deshalb nicht ganz so unter Druck wie etwa Lexmark und Epson.

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