Investmentidee
Ein Mehr an Meer

Lange Zeit haben Anleger lediglich über geschlossene Schiffsfonds in die kommerzielle Seefahrt investiert. Das hat sich geändert. Der Börsengang des Hamburger Hafenbetreibers HHLA hat gezeigt, wie groß das Potenzial der Branche ist. Wenn da nicht ein Spielverderber wäre. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

HB DÜSSELDORF. Die Seewirtschaft gilt als großer Profiteur des rasanten globalen Wirtschaftswachstums. Containerschiffe sind gefragt, um die großen Gütermengen über die Ozeane dieser Welt zu schippern; noch wichtiger sind die Häfen als Umschlagsplätze. Dank des kräftigen Aufschwungs in den Schwellenländern Indien und China wächst die Weltwirtschaft derzeit mit jährlichen Raten von etwa fünf Prozent.

In den 90er Jahren waren bei Investoren insbesondere Schiffsfonds beliebt – im Wesentlichen wegen diverser Steuervorteile. Allerdings sind neue Frachter schnell gebaut, und es könnte schon bald zu Überkapazitäten in diesem Bereich kommen. Häfen dagegen sind weltweit knapp und nicht beliebig erweiterbar. Mittlerweile sind zahlreiche Betreiber an der Börse notiert und deshalb für Anleger interessant.

Der Hamburger Hafenbetreiber HHLA (WKN: A0S848) etwa feierte Anfang November ein starkes Börsendebüt. Die Preisspanne für die Aktien war mit 53 Euro vollkommen ausgereizt. Mittlerweile ist das Papier von zwischenzeitlich 68,20 Euro auf knapp unter 60 Euro zurückgefallen. Mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 24 für 2008 ist das Unternehmen im Vergleich zu den europäischen Konkurrenten Eurokai (WKN: 570653-Vorzüge/KGV: 28) und Forth Ports (WKN: 896935/WKN: 38) moderat bewertet.

Zuletzt überzeugten die Hamburger mit starken Quartalszahlen: Das operative Ergebnis (Ebit) stieg seit Jahresanfang bis Ende September um knapp 50 Prozent auf 219 Mill. Euro. Die Erlöse erhöhten sich um 17,5 Prozent auf 871 Mill. Euro, der Überschuss legte um 45 Prozent auf 110 Mill. Euro zu.

Anleger, die nicht direkt in Einzelwerte investieren wollen, können dies über Zertifikate tun. ABN Amro etwa ist mit dem Shipping Open End-Zertifikat (WKN: ABN34Y) auf dem Markt vertreten. Das Zertifikat bildet den sogenannten Total Return Shipping-Index ab, der aus 15 Unternehmen besteht. Das Produkt bietet allerdings keine Kapitalgarantie.

Der große Spielverderber könnte jedoch die Weltwirtschaft sein. Sollten die USA wegen der Hypothekenkrise tatsächlich in eine Rezession schlittern, hätte das negative Auswirkungen für die Seewirtschaft.

Christian Panster
Christian Panster
Handelsblatt Online / Ressortleiter Finanzen
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