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Experten setzen auf Air Berlin

Aus dem äußerst holprigen Börsengang vor einem Jahr, hat Air Berlin-Chef Joachim Hunold eine Erfolgsgeschichte gemacht. Die Deutsche BA hat er schnell integriert, mit dem Kauf von LTU gelang ihm der Einstieg in die Langstrecke. Dazu vermeldet er gute Zahlen: Im Geschäftsjahr 2006 erwirtschaftete Air Berlin einen Gewinn von 50 Mill. Euro.

BERLIN. Den geplanten Börsenstart musste Air Berlin damals mangels Nachfrage verschieben. Erst durch eine Absenkung der Preisspanne um 20 Prozent fanden sich genug Investoren. Am ersten Börsentag fiel der Kurs unter den Ausgabepreis von zwölf Euro und erreichte mit 9,20 Euro im Juni den Tiefststand. Fernsehmoderator Johannes B. Kerner, der die Kleinanleger per Werbekampagne zum Zeichnen der Aktie überredet hatte, drohte zum zweiten Manfred Krug zu werden. Dessen Image hatte schwer darunter gelitten, dass er jahrelang Werbung für die Aktie der Deutschen Telekom gemacht hatte.

Inzwischen können die Aktionäre Kerner dankbar sein. Bei einem aktuellen Kurs von mehr als 20 Euro haben sie in den vergangenen zwölf Monaten eine Rendite von fast 70 Prozent erzielt. Ein Ende der Kursrally ist nach Ansicht von Analysten nicht in Sicht. Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler empfiehlt die Aktie zum Kauf, sein Kursziel liegt bei 21 Euro.

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„Das ist sogar noch eine recht vorsichtige Einschätzung“, sagt Pieper. Eine weitere Hochstufung sei sehr wahrscheinlich. Den Kauf von LTU begrüßt er. „Es war zwar kein Schnäppchen, aber es ist finanziell vertretbar“, sagt Pieper. Für den Düsseldorfer Ferienflieger musste Joachim Hunold 140 Mill. Euro bezahlen und übernahm zusätzlich noch Schulden in Höhe von 200 Mill. Die Synergien veranschlagen Marktbeobachter auf 70 Mill. Euro im Jahr. Wenn es gelingt, sie zu heben, hätte er den Kaufpreis nach zwei Jahren eingespielt. Nun muss Hunold beweisen, dass er auch die Langstrecke wirtschaftlich fliegen kann. „Mit dem dichten Netz in Deutschland und Europa kann Air Berlin besser Passagiere für die Langstrecke einsammeln als LTU“, sagt Michael Benedikt von der Commerzbank.

Weitere Phantasie für den Kurs bringt das Codeshare-Abkommen mit Condor. Seit Ende März bieten Air Berlin und die KarstadtQuelle-Tochter gemeinsame Flüge an. Das erhöht die Auslastung und bringt 40 weitere Langstreckenziele. Gleichzeitig werden Spekulationen angeheizt, Air Berlin wolle Condor langfristig übernehmen. „In einem Jahr könnte das eine realistische Option sein“, sagt Pieper. Dazu muss die Lufthansa, die knapp 25 Prozent an Condor hält, zustimmen. Sie besitzt bis Februar 2009 ein Vorkaufsrecht. Analyst Uwe Weinreich von der Hypovereinsbank hält aus heutiger Sicht eine Übernahme der Condor durch Air Berlin für wahrscheinlich. „Joachim Hunold wird weiter der Konsolidator der Branche bleiben“, sagt er. Durch den Abbau von Überkapazitäten ließen sich weitere Synergieeffekte erzielen.

Durch die LTU-Übernahme hat Air Berlin den Abstand zu Ryanair und Easyjet verkürzt. „Die verlieren auf dem wichtigen deutschen Markt weiter an Boden“, sagt Pieper. Hinzu kommt, dass Air Berlin mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16 deutlich günstiger bewertet ist. Die Konkurrenten Ryanair und Easyjet liegen bei 22 und 20. Auch deshalb raten laut Informationsdienst Bloomberg zwei Drittel der 14 beobachtenden Analysten zum Kauf.

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