Investmentidee
Günstiger Einstieg in Brasilien

Der rasche Abzug der Gelder durch verunsicherte Investoren hat in Brasilien Spuren hinterlassen. Zugleich wurden damit Kaufgelegenheiten geschaffen. Das gilt vor allem für die Titel von Banken, Bau- und Immobilienkonzernen und Ethanol/Zuckerproduzenten.

SAP PAULO. „Vor allem ausländische Investoren haben die brasilianischen Banken verkauft, dabei haben die nichts mit der Bankenkrise in den USA oder Europa zu tun“, sagt Mark Mobius vom Investmentfonds Templeton. Die meisten Banken sind zudem gesetzlich stark bei Engagements im Ausland eingeschränkt. „Die Latino-Banken sind nicht im US-Immobilienmarkt engagiert“, weiß Coutinho von Moody’s.

Die attraktivsten Lateinamerika-Fonds

Doch trotz der Rekordgewinne im ersten Halbjahr haben die Bankaktien stark verloren. Für die Großbank Itaú etwa sieht der Finanzdienstleister CMA aus São Paulo nun ein Kurspotenzial von 30 Prozent bis zum Jahresende. Das gleiche gilt für Bau- und Immobilienkonzerne. Rund ein Dutzend Firmen sind in den vergangenen zwei Jahren an die Börse gegangen. Doch es gibt keine Immobilienblase; die Baukonjunktur steht erst ganz am Anfang. Für CMA hat die Aktie des Baukonzerns Gafisa daher ein Kurspotenzial von 50 Prozent bis zum Jahresende.

Unter dem Abzug ausländischer Investoren haben auch die Ethanolkonzerne gelitten: Die neu gelisteten Aktien der Konzerne wie São Martinho (minus zehn Prozent) und Acucar Guaraní (minus 18 Prozent) verloren kräftig. Am stärksten Federn lassen mussten die Aktien von Cosan, des führenden Exporteurs von Zucker und Ethanol. Sie büßten seit Mitte Juli bis zu 35 Prozent ein. Die stark gesunkenen Zucker- und Ethanolpreise haben die Gewinne des Konzerns stark schrumpfen lassen. Zusätzlich enttäuschte der Konzern mit seinem IPO an der Wall Street die Aktionäre in Brasilien; sie haben nun weniger Einfluss im Unternehmen. Dennoch könnte auch in dieser Branche der Einstieg interessant sein: Isabela Bacchi von JP Morgan erwartet, dass durch die niedrigen Zucker- und Ethanolpreise eine zweite Übernahmewelle in Brasilien einsetzen wird. Davon würden die Marktführer profitieren.

Auch die Citigroup ist optimistisch für Lateinamerikas große Aktienmärkte. Sie empfiehlt vor allem brasilianische Aktien („übergewichten“) und rechnet mit einem Bovespa-Index von 70 000 Punkten bis Mitte 2008. Zurzeit liegt der Index bei knapp 59 000 Punkten. Chiles Aktien dagegen sollten Investoren wegen des hohen Kursniveaus reduzieren und Mexiko neutral halten. „Denn Mexiko ist kurzfristig stark verletzlich durch eine mögliche US-Rezession.“

Die Zahl der Anlagezertifikate auf den Bovespa ist begrenzt. Drei Indexprodukte sind erhältlich: Von der Detuschen Bank (WKN DB1CC7), ABN Amro (WKN ABN2MJ) und Goldman Sachs (WKN GS0J2E), die aber niicht währungsgesichert sind. Bei den Discountern auf den Bovespa-Index (akutell bei 59 000 Punkten) liegt der Höchstbetrag bei maximal 50 000 Zählern. Ein entsprechendes Produkt von ABN AMRO mit einer Laufzeit bis Ende Dezember 2008 (WKN AA0M64) bietet noch eine Rendite von mehr als 12 Prozent.

Mitarbeit: Jürgen Röder

Alexander Busch
Alexander Busch
Handelsblatt / Korrespondent Südamerika
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%