Investmentidee
Hertz überzeugt Analysten

Der US-Autovermieter Hertz zeigt Stärke. Für das dritte Quartal meldete das Branchenschwergewicht ein Gewinnplus von mehr als 50 Prozent und eine Rekord-Umsatzrate bei den Mietfahrzeugen weltweit. An der Börse sackte der Kurs des Unternehmens dennoch zunächst um einige Prozent ab. Bei den Analysten ist die Aktie dagegen angesagt. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com

STUTTGART. Bei den Analysten ist die Aktie dagegen angesagt: Mehr als die Hälfte der Banken raten zum Kauf von Hertz. „Übergewichten, der aktuelle Kurs ist ein guter Preis für diese Aktie“, sagt etwa Himanshu Patel von JP Morgan. Jairam Nathan von der Bank of America rät ebenfalls zum Kauf der Aktie, obwohl er für die gesamte Branche nur eine durchschnittliche Marktentwicklung erwartet. Er schätzt, dass der Aktienkurs von Hertz in den kommenden zwölf Monaten wieder auf 27 Dollar steigen wird.

Einer der Gründe, weshalb Hertz so gute Noten von den Aktienananalysten bekommt: Während einige Autovermieter ihre Hoffnung vor allem in die Filialen an den Flughäfen setzen, an denen sich die ankommenden Gäste einen Mietwagen nehmen und damit an ihren Zielort fahren, erweiterte Hertz in den vergangenen Monaten vor allem das Netz der dezentralen Standorte, also in kleineren und größeren US-Städten.

Wegen der aggressiven Expansionspolitik lag das weltweite Verleihvolumen im dritten Quartal um knapp sechs Prozent höher als vor einem Jahr. Der Umsatz erreichte die Rekordsumme von knapp zwei Mrd. Dollar. „An den Standorten außerhalb von Flughäfen ist der Umsatz um fast 14 Prozent gewachsen – einerseits, weil es jetzt mehr Standorte gibt, andererseits, weil sich die durchschnittliche Leihdauer verlängert hat“, lobt Analyst Bill Lerner von der Deutschen Bank.

Gleichzeitig beweist der US-Konzern Selbstvertrauen, wenn es um die Preispolitik geht: „Hertz hat im vergangenen Quartal seine Strategie durchgezogen, an den Flughafen-Standorten lieber die Preise zu erhöhen als das Volumen. Das hat auch prompt das erhoffte Plus geliefert“, sagt Jairam Nathan.

Laut Unternehmensprognose soll es auch erst einmal so weitergehen. Für das laufende Gesamtjahr kündigt der Konzern an, dass Umsatz und Gewinn am oberen Ende der bisherigen Erwartungen liegen sollen oder sogar darüber. Bislang hatte die Chefetage von bis zu 8,6 Mrd. Dollar Umsatz gesprochen.

Auch die erneuerte Partnerschaft mit dem Online-Reisebüro Orbitz Worldwide soll dafür sorgen, dass die Auftragsbücher voll bleiben. Orbitz bietet den Kunden auf seinen Internetseiten Hertz-Fahrzeuge an, und die beiden Unternehmen haben gemeinsame Werbe- und Vermarktungsaktionen geplant.

Ein weiteres Plus: Die Geschäftskunden, deren Unternehmen Dauerverträge mit dem Autovermieter abgeschlossen haben, nahmen ebenfalls häufiger die Dienste von Hertz in Anspruch. Bereits jetzt beträgt ihr Anteil am Kundenstamm etwa 25 Prozent.

Wegen der starken Marktposition und des verbesserten Bargeldumlaufs hob außerdem die Ratingagentur Fitch ihre Prognose von „stabil“ auf „positiv“ an. Und Analyst Himanshu Patel von JP Morgan sagt: „Kurzfristig gibt es noch einige Bedenken wegen der Verleihsparte HERC, die Baustellenausrüstung und schwere Geräte vermietet. Aber langfristig mögen wir an der Aktie unter anderem ihr Potenzial für weitere Kosteneinsparungen.“

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