Investmentidee
Pharmatitel sind bei Analysten beliebt

Die US-Hypothekenkrise hat weltweit die Kurse von Finanzwerten in den Keller geschickt. Dadurch haben diese Titel gegenüber dem Kurszielen von Analysten deutliches Nachholpotenzial, sind aber riskant. Nun rücken andere Branchen aus dem Euro Stoxx 50 in den Blickpunkt. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

DÜSSELDORF. Pharmatitel aus dem Euro Stoxx 50 zählen zu Lieblingsaktien der Experten. Das ergibt sich aus der Auswertung des Analystencheck-Tools auf Handelsblatt. Die Aktien von Bayer und Sanofi-Aventis wurden im vergangenen Monat von mehreren Analysten mit höheren Kurszielen zum Kauf empfohlen. Bei beiden Wertpapieren liegt das gewichtete Kursziel rund 19 Prozent über dem aktuellen Kurs. Bayer notiert derzeit bei 51,46 Euro, das Kursziel liegt bei 61,27 Euro, Sanofi-Aventis notiert bei 59,52 und wird bei 71,21 Euro gesehen. Dritter Wert im europäischen Standardwerteindex ist BASF. Dieser Aktie wird noch ein Potenzial von rund neun Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs von rund 93 Euro zugebilligt.

Basis für diese Kursziel-Berechnungen ist das Analystencheck-Tool von Handelsblatt.com und dpa-afx, der Agentur für Finanznachrichten. In der Online-Anwendung werden seit September des vergangenen Jahres Studien aller namhaften Banken sowie unabhängiger Research-Institute ausgewertet und daraus ein durchschnittliches Kursziel errechnet.

Zusätzlich zeigt das Tool ein gewichtetes Kursziel: Dabei werden aktuelle Analysen stärker gewichtet, ältere Studien, die sich dem Ende Ihres Zeithorizonts nähern, werden nur noch marginal gewertet. Im Fall von Bayer zeigen die beide Werte, dass die Analysten in der jüngeren Vergangenheit optimistischer geworden sind. Das gewichtete Kursziel beträgt 61,27 Euro, das durchschnittliche nur 58,91 Euro.

Diese Auswertungen decken sich auch mit der Handelsblatt-Umfrage unter den großen Aktienstrategen der großen Banken. Die Experten favorisieren im zweiten Halbjahr vor allem auf die Branchen Pharma, Gesundheit und Versicherungen.

Enorme Kurspotenziale weisen mittlerweile die Finanzwerte auf. Doch sind in der aktuellen Börsenstimmung sehr riskant. Denn die Kurse dieser Titel wurden aufgrund der US-Hypothekenkrise so schnell in den Keller geschickt, so dass die Analysten nicht mehr nachkamen. Viele weisen ein Potenzial von rund 30 Prozent auf - beispielsweise Unicredit, Allianz oder die Allied Irish Bank.

Neben den Finanztiteln als stärkste Branche im Euro Stoxx 50 fallen noch zwei deutsche Werte auf: Daimler-Chrysler und Siemens haben mit 16 beziehungsweise 28 Prozent hohes Nachholpotenzial. Beide Werte wurden aber abgestraft, weil sie kurz vor dem Verkauf großer Unternehmensteile (Chrysler und VDO) stehen. Und Anleger sind sich nicht sicher, ob der Verkauf über die Bühne geht und haben die Aktien lieber auf die Verkaufsliste gesetzt.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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