Investmentidee
Q-Cells überzeugt Analysten

Der Kursanstieg der Q-Cells-Aktie um rund 15 Prozent im September führt zu einem Novum am deutschen Aktienmarkt: Erstmals bringt ein Wert aus dem Technologieindex TecDax mehr Börsengewicht auf die Waage als mit der kleinste Dax-Wert, derzeit ist das Tui.

FRANKFURT. Die Aussage für die Anleger ist klar: Wenn das größte deutsche Solar-Unternehmen bereits theoretisch das Zeug zum Dax-Wert hat, ist es mittelfristig nur eine Frage der Zeit, bis dieses Ziel auch in der Praxis erreicht ist. Denn dass die Q-Cells-Aktie weiteres Kurspotenzial hat, gilt bei vielen Experten als ausgemachte Sache. Von den 25 Analysten, die laut dem Informationsdienst Bloomberg die Aktie beobachten, raten 17 zum Kauf.

Den Status des Newcomers hat Q-Cells zwei Jahren an dem Börsendebüt längst abgeschüttelt. Allein um rund 400 Mill. Euro ist der Börsenwert im September gestiegen. Kein anderes Solar-Unternehmen – auch nicht die am deutschen Markt lange Zeit dominante Solarworld-Aktie – können da folgen. Weltweit ist Q-Cells bei Solarzellen inzwischen die Nummer zwei hinter Sharp.

Das Argument der hohen Bewertung, das der Branche immer wieder entgegen schlägt, lässt Analyst Sven Diermeyer von Independent Research nicht gelten: „Photovoltaik-Werte sind zwar hoch, aber nicht zu hoch bewertet.“ Speziell die Q-Cells-Aktie muss seit langem mit diesem Vorwurf leben, gilt sie doch als die teuerste unter den deutschen Solar-Unternehmen.

Um diese Vorschusslorbeeren auch in Zukunft zu rechtfertigen, erwarten die Analysten außergewöhnliche Leistungsnachweise. Q-Cells hat diese im laufenden Jahr bereits zweimal erbracht, als das Management jeweils die Prognosen nach oben gesetzt hat. Zuletzt sogar deutlich stärker, als dies die Experten vorher erwartet hatten. Für die Zukunft beflügelt besonders die Aussicht auf deutlich höhere Absatzchancen im Ausland. Die USA gelten dabei als wichtiger Markt, aber auch Südeuropa, Indien und China bieten enormes Potenzial. Hilfreich ist in all diesen Ländern die Unterstützung durch die Regierung.

In Spanien – einem der europäischen Vorreiter – wurde kürzlich beispielsweise per Gesetz die Obergrenze für Photovoltaik-Anlagen von 400 auf 1 200 Megawatt (MW) ausgeweitet. „Damit ist zwar schon gerechnet worden. Das wirklich Neue ist, dass die Einspeisungstarife fast unverändert Bestand haben“, sagt Marc Koebernick von der WestLB. Das beeinflusst die Finanzmodelle der Solar-Aktien spürbar.

Eine durchschnittliche Wachstumsrate des weltweiten Solarmarktes von mindestens 40 Prozent hat Q-Cells-Chef Anton Minert kürzlich prognostiziert. Karsten von Blumenthal, Analyst bei SES Research in Hamburg, geht sogar davon aus, dass Q-Cells noch stärker von dem kräftigen Marktwachstum profitiert als bisher angenommen. Hauptgrund ist der erheblich Ausbau der Kapazitäten. Allein im laufenden Jahr hat das Unternehmen 400 Mill. Euro in den Bau neuer Anlagen investiert. Die Produktionskapazitäten werden deshalb im kommenden Jahr auf 880 MW steigen. Zum Vergleich: 2006 waren es noch 336 MW. Zugute kommt der Aktie auch, dass Q-Cells im Vergleich zum Wettbewerb als Anbieter besonders hochwertiger Solarzellen gilt und deswegen auch höhere Margen erzielt.

Ein grundsätzliches Problem der Branche hat Q-Cells ebenfalls gelöst. Die Versorgung mit dem knappen Rohstoff Solar-Silizium ist geklärt. „Das Unternehmen hat sich genügend Silizium für das geplante Wachstum gesichert“, sagt Karsten von Blumenthal. Dazu kommt: Mit dem Ölpreis, der sich gerade wieder in Richtung Allzeithoch bewegt, gibt es einen zusätzlichen Kurstreiber.

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