Investmentidee
TecDax-Titel und ihr plötzliches „Potenzial“

Ein verzerrtes Bild ergibt der Blick auf einzelne Technologiewerte im Analystencheck-Tool von Handelsblatt.com. Kurspotenziale und Kursentwicklungen von Biotechnologiewerten beispielsweise laufen stark auseinander, weil eine Meldung für einen Kurssturz sorgte. Es gibt aber Technologieaktien, auf die sich ein Anlegerblick lohnt. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

DÜSSELDORF. Biotechnologiewerte sind spekulative Investments. Diese Erfahrung konnten Anleger am heutigen Mittwoch machen, als die Aktien von GPC Biotech aufgrund einer Meldung um 40 Prozent auf rund 10 Euro fielen. Die Investoren reagierten mit ihren Verkäufen auf die Verzögerung beim Zulassungsprozess für das Prostatakrebsmittel Orplatna.

Mit dieser plötzlichen Kursentwicklung kann das Analystencheck-Tool von Handelsblatt.com und dpa-afx, der Agentur für Finanznachrichten, nicht mithalten. In dieser Online-Anwendung seit September des vergangenen Jahres Studien aller namhaften Banken sowie unabhängiger Research-Institute ausgewertet und daraus ein durchschnittliches Kursziel errechnet. Zusätzlich zeigt das Tool ein gewichtetes Kursziel: Dabei werden aktuelle Analysen stärker gewichtet, ältere Studien, die sich dem Ende Ihres Zeithorizonts nähern, nur noch marginal gewertet.

Aufgrund der zeitlichen Verzögerung ergibt sich ein verzerrtes Bild. Die GPC-Aktie notiert bei zehn Euro, das gewichtete Kurspotenzial der Analysen seit September 2006 beträgt 23,61 Euro – und somit eine Differenz von rund 140 Prozent, die mit Vorsicht zu genießen ist. Ahnliches gilt für den zweiten Biotechnologiewert im TecDax, Morphosys, der seit Wochen ebenfalls auf der Verkaufsliste steht.

Zu den derzeit attraktiven Werten im TecDax zählt beispielsweise Qiagen. Die Aktie verlor im Gegensatz zu GPC in den vergangenen Woche kaum an Wert, und die Analysten haben kontinuierlich ihre Kursziele höher gesetzt. Derzeit liegt das gewichtete Kursziel bei 14,20 Euro, der aktuelle Kurs bei 12,62 Euro. Somit besitzt das Wertpapier noch ein Potenzial von gut zwölf Prozent.

Höhere Kursziele haben die Experten in der Vergangenheit auch für die Aktie von Adva Optical gesetzt. So stuften die Experten von Credit Suisse noch vergangene Woche das Wertpapier in ihrer Erstbewertung mit „Outperform" und einem Kursziel von 9,80 Euro eing. Der Münchener Netzausrüster werde als Zulieferer für das Wellenlängenmultiplex-Verfahren vom boomenden Markt für Internet-Videos profitieren, schrieb Analyst Karsten Illtgen in einer Studie vom vergangenen Freitag. Das gewichtete Kursziel des Netzwerktechnik-Spezialisten liegt bei 9,05 Euro – rund 23 Prozent oberhalb des aktuellen Kurses von 7,32 Euro.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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