Investmentidee
Welche Dax-Aktien noch Potenzial bieten

Zahlreiche Dax-Aktien haben die Kursziele der Analysten bereits deutlich überschritten. Vor allem bei diesen Werten dürfte die Rückschlaggefahr gestiegen sein. Doch das gilt nicht für alle Titel. „Stock-Picking“ heißt daher die Strategie der Stunde für offensive Anleger. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

DÜSSELDORF. Trotz des steilen Dax-Anstiegs der vergangenen Monate sind rund zwei Drittel der Leser von Handelsblatt.com der Meinung, es sei nicht zu spät, jetzt noch in deutsche Bluechips zu investieren. So das Ergebnis einer aktuellen Online-Umfrage. Allerdings erscheint es mehr als der Hälfte der optimistisch eingestellten Leser ratsam, nicht mehr breit in den Dax zu investieren, sondern auf ausgewählte Einzelwerte zu setzen.

Einen Hinweis darauf, dass „Stock-Picking“ – also das gezielte Herauspicken aussichtsreicher Aktien - tatsächlich die Strategie der Stunde für bullishe Anleger sein dürfte, liefert die Auswertung des professionellen Handelsblatt Analystencheck-Tools. In der Online-Anwendung werden seit September des vergangenen Jahres Analysten-Empfehlungen und Kursziele aller namhaften Banken sowie unabhängiger Research-Institute ausgewertet.

Zwölf von 30 Dax-Werten haben demnach ihr jeweiliges durchschnittliches Kursziel der Analysten bereits überschritten. Laut der Auswertung des Analysten-Check-Tools ist damit vor allem bei dieser Gruppe die Gefahr von Rückschlägen gewachsen. Aktien wie Tui, Man, Volkswagen oder Metro notieren bereits zehn bis zwanzig Prozent über ihren Durchschnittskurszielen.

Das Schlusslicht bilden Altana-Papiere, die rund 28 Prozent darüber gestiegen sind. Experten sind zwar der Meinung, dass die Aufnahme von Merck zu Gunsten von Altana in den Dax keine Überraschung und eingepreist sei, allerdings haben zahlreiche Analysten den Wert nach einer Sonderdividendenzahlung abgestuft.

Auch bei einem gleichgewichteten Investment in alle 30 Dax-Titel ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, Verluste einzufahren: Denn laut Analystencheck-Tool liegt auch der Mittelwert der durchschnittlichen Kurspotenziale aller Dax-Aktien mit –1,54 im roten Bereich.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch noch eine Handvoll Dax-Aktien, die auf Basis der quantitativen Auswertung der Analysten-Kursziele aussichtsreich erscheinen.

So habe vor allem die SAP-Aktie noch Kurspotenzial. Glaubt man den Experten, so könnte der Wert auf 42,95 Euro steigen. Dies entspricht gegenüber dem aktuellen Kurs von 36,53 Euro ein Plus von mehr als 17 Prozent – der höchste Spielraum aller Werte im Dax 30.

Zusätzlich zeigt das Tool ein gewichtetes Kursziel: Dabei werden aktuelle Analysen stärker gewichtet, ältere Studien, die sich dem Ende Ihres Zeithorizonts nähern, werden nur noch marginal gewertet. Im Fall der Walldorfer Softwareschmiede gibt es bei diesen beiden Werten nur geringe Unterschiede: Das gewichtete Kursziel liegt mit 42,61 Euro wenige Cent unter dem ungewichteten.

Die Analysten der Citigroup sind derzeit am optimistischsten eingestellt und sehen sogar Potenzial bis 50 Euro. Der Anteilsschein von SAP sei ausgezeichnet bewertet.

Ein Kaufsignal liefert auch das Verhältnis von Kauf- zu Verkaufempfehlungen: 20 Experten raten insgesamt zum Kauf, vier zum Verkauf und fünf haben eine neutrale Einstellung zum weiteren Kursverlauf.

Auf Platz zwei der Werte mit dem höchsten durchschnittlichen Kurspotenzial steht der Anteilsschein der Hypo Real Estate. Bei 13 Experten befindet sich der Wert auf der Kaufliste, kein einziger rät zum Verkauf. Die Differenz zwischen dem aktuellem Kurs und dem arithmetischen Mittel aller Analysten-Kursziele beträgt hier knapp zwölf Prozent.

Auf Platz drei bis fünf der Auswertungsliste stehen Fresenius Medical Care (9,8 Prozent durchschnittliches Kurspotenzial), Lufthansa (7,1 Prozent) und Allianz (6,0 Prozent). Die vollständige Auswertung finden Sie in der Tabelle.

Georgios Kokologiannis ist Redakteur im Finanzteam des Handelsblatts, mit Sitz in Frankfurt am Main. Er studierte Betriebswirtschaftslehre in Düsseldorf mit Schwerpunkt auf Controlling und Marketingmanagement. Bereits während seiner Studienzeit wirkte der Diplom-Kaufmann erstmals an der Entwicklung des Handelsblatt-Onlineangebots mit. Seinen journalistischen Feinschliff erhielt der Kapitalmarktexperte an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten. Mit Geldanlage-Themen beschäftigt sich der Derivatespezialist für das Handelsblatt seit mehr als 17 Jahren. Dabei wurde er mit dem DDV-Preis für Wirtschaftsjournalisten ausgezeichnet und hat zuletzt vier Jahre lang das Musterportfolio der Redaktion verantwortet.
Georgios Kokologiannis
Handelsblatt / Finanzredakteur
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