Investments in Asien und Lateinamerika
Schwellenländer auf der Überholspur

Mit Schwellenländer-Aktien konnte man in den vergangenen drei Jahren kaum etwas falsch machen. Wer auf die aufstrebenden Regionen gesetzt hatte, hat sein Geld fast verdoppelt und damit weit mehr verdient als mit Dividendentiteln der etablierten Märkte.

HB FRANKFURT/M. Experten schätzen, dass die Kursverluste der Leitindizes an Märkten wie Indien, China oder Russland von um die acht Prozent im Oktober eher Korrekturen sind und nicht das Ende der Boom-Jahre einläuten. Folglich lohnt für Anleger der Blick auf diese Regionen, zumal sich mit dem Wachstum in den Ländern auch die Aktienmärkte stabilisieren.

Die Aussichten bleiben verlockend, wenngleich Experten nicht erwarten, dass die extremen Kurssteigerungen langfristig anhalten. „Der Trend überdurchschnittlicher Wertentwicklung wird sich fortsetzen, allerdings nicht in dem Ausmaß der vergangenen Jahre“, sagt Michael Keppler, Chef der Keppler Asset Management (KAM), der vier Spitzenfonds berät und die Emerging Markets seit rund zwanzig Jahren beobachtet. Keppler erwartet, dass Anleger künftig im Durchschnitt zehn bis fünfzehn Prozent Gesamtrendite aus Kursgewinnen und Dividenden erwarten können.

Auch Wen Zhang-Goldberg, Fondsmanagerin der französischen Investment-Boutique Carmignac sieht die Aktienmärkte der aufstrebenden Länder weiter florieren. „Die im Vergleich zu den etablierten Märkte stetige Outperformance (überdurchschnittliche Entwicklung) wird anhalten, zumal die Schwellenländer heute starke Fundamentaldaten vorweisen“, sagt sie. Auch die im Vergleich zu den 90er-Jahren deutlich niedrigeren Kursschwankungen an den Märkten deuten darauf hin, dass sich viele der aufstrebenden Volkswirtschaften in der Liga der starken Nationen etablieren. Die Volatilität der Aktien im MSCI Emerging Markets-Index hat sich den Schwankungen der europäischen Märkte angenähert.

Schwellenländer-Aktien gelten trotz der immensen Kurssteigerungen nicht als überteuert. Keppler verweist auf die Historie: Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktien im MSCI Emerging-Market-Index beträgt im Mittel 13. Zum Ende der Hausse der 90er-Jahre habe es hingegen bei 25 gelegen.

Wer also in Emerging Markets investieren möchte – was sich Gründen der Risikostreuung ohnehin empfiehlt – muss entscheiden, ob er direkt Aktien kaufen oder auf Fonds oder Zertifikate setzen will. Da die Welt der Emerging Markets von Osteuropa über Lateinamerika bis nach Asien schwer zu überblicken ist, empfehlen Bankberater Anlegern meist Fonds. Inhabern kleiner Depots bis zu 20 000 Euro rät die Deutsche Bank, einen breit anlegenden Fonds zu kaufen. Denn trotz der zunehmenden Stabilität in den Ländern hängen Wohl und Wehe der Aktienmärkte oft von geopolitischen Faktoren ab, die Anleger hier erst mit Verzögerung mitbekommen. Bei größeren Depots empfiehlt die Bank, auch Länderfonds beizumischen.

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