Investoren holen sich Tipps zur Vermögensaufteilung
Fondsverwalter werden zu Ratgebern

Professionelle Investoren suchen immer stärker finanziellen Rat auch bei Kapitalanlagesellschaften, die sich eigentlich auf die reine Verwaltung von Fonds spezialisiert haben (Master-KAG). Dies ist das Ergebnis einer Umfrage unter Master-KAGs und Investoren von der Ratinggesellschaft RCP & Partners, die dem Handelsblatt vorliegt.

rez FRANKFURT/M. „Kunden wollen dort zunehmend Tipps für ihre Vermögensaufteilung“, sagt Frank Wehlmann, Geschäftsführer bei RCP. Die Kunden spekulieren darauf, dass die Master-KAG viele Fonds verwaltet und daher einen guten Überblick über Portfoliostrukturen hat. Damit wächst die Master-KG in die Rolle eines Beraters hinein, für die sie gar nicht gedacht ist.

Andererseits legen aber viele Investoren großen Wert auf die Unabhängigkeit zwischen Vermögensverwaltung und Verwaltung der Fonds. So verbuchten die drei führenden Häuser, die sich auf die technische Verwaltung von Fonds konzentrieren – Universal Investment, Helaba Invest und die HSBC-Trinkaus-Tochter Inka – im vergangenen Jahr die höchsten Kapitalzuflüsse. Drei Viertel der von RCP befragten Investoren, die mit einem Vermögen von rund 100 Mrd. Euro etwa ein Fünftel des Spezialfondsmarktes abbilden, lassen ihr Geld aber im Konzern der Master-KAG auch managen.

Seit ihrem offiziellen Start vor eineinhalb Jahren durch das Investmentmodernisierungsgesetz haben sich die Master-KAGs rasch etabliert: Der Anteil des dort verwalteten Geldes stieg im vergangenen Jahr um 45 Prozent auf 192 Mrd. Euro, was einem gutem Drittel des Spezialfondsmarktes entspricht. Die von RCP befragten 15 Anbieter schätzen das Marktpotenzial in Deutschland auf 300 Mrd. Euro mit insgesamt 500 bis 600 institutionellen Anlegern. Die befragten Häuser verwalten nach eigener Aussage insgesamt 110 Mrd. Euro in 800 Mandaten.

Rund die Hälfte der 30 befragten professionellen Investoren nutzen die Leistungen einer Master-KAG wie Buchhaltung und Berichtswesen. Zwei Drittel lassen alle Spezialfonds dort verwalten. Nahezu alle befragten Investoren haben dafür einen deutschen Anbieter gewählt.

Unter den Nicht-Nutzern will gut die Hälfte in diesem oder dem nächsten Jahr Master-KAG-Kunde werden, ein weiteres Zehntel ab 2007. Ein Drittel der Investoren lehnen dies hingegen ab, weil sie keinen Zusatznutzen darin sehen und die Leistungen für zu teuer halten. Zu den wichtigsten Auswahlkriterien für eine Master-KAG zählen gutes Reporting, Referenzen und niedrige Kosten. Der Markenname und der Bekanntheitsgrad sind hingegen eher unwichtig.

Eine Master-KAG rechnet sich nach Ansicht der Anbieter, wenn sie mindestens zehn bis 20 Mrd. Euro verwaltet. Weil viele Anbieter dieses Volumen bislang nicht erreicht haben, wird sich die Zahl der Master-KAGs nach Meinung von Experten auf rund sechs reduzieren, was etwa einer Halbierung entspricht.

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