IPC-Aktienindex auf hohem Niveau
Mexikos Börse profitiert vom hohen Ölpreis

Erfolgsmeldungen von der mexikanischen Börse sind Anleger inzwischen gewohnt. Seit über fünf Jahren geht es mit dem IPC-Index der Bolsa de Valores kontinuierlich nach oben. Und es scheint so, als könnten diesem Trend weder die Rezession in den USA, die Subprime-Krise, noch der Ölpreisschock etwas anhaben. Experten sind unverändert optimistisch.

MEXIKO-STADT. Die Hausse hat der IPC-Index bei 5 650 Punkten begonnen und pendelt nun um 31 500 Punkte; allein in den ersten fünf Monaten des Jahres konnte das Börsenbarometer rund sechs Prozent zulegen. Der positive Trend werde sich den Rest des Jahres fortsetzen, sagt Alejandro Garza von NSC Asesores. Ein großer Abschwung sei wenig wahrscheinlich: "Die großen 20 Unternehmen sind solide am Markt und haben gute Ergebnisse präsentiert." Zudem sei das gesamtwirtschaftliche Umfeld günstig. Dazu tragen vor allem extrem hohe Devisenzuflüsse bei, die der hohe Ölpreis ins Land spült. "Mexiko ist eben noch immer eine Erdölwirtschaft", betont Garza. Das Land ist sechstgrößter Ölexporteur der Welt.

Die hohen Dollarüberschüsse stützen den mexikanischen Peso, der so fest wie seit fünf Jahren nicht mehr notiert. Die Experten der Invex-Finanzgruppe sehen auch für den Peso noch Potenzial. Der hohe Ölpreis und das positive Investitionsklima gegenüber Schwellenländern würden die Währung stützen, schreibt Invex: "Wir halten einen Anstieg auf unter 10,30 Peso pro Dollar für möglich." Zudem führt der hohe Spread von rund 500 Basispunkten dazu, dass Anleger ihr Geld kurzfristig eher in Mexiko als in den USA anlegen. Der Leitzins Cetes für 28-tägige Staatsanleihen liegt bei 7,5 Prozent.

Nur die Exportindustrie stöhnt über den festen Peso. Mexiko ist fast vollständig auf den nordamerikanischen Markt ausgerichtet und wickelt gut 85 Prozent seines Außenhandels mit den USA ab. Da kommt ein starker Peso ungelegen. Die Immobilienkrise in den USA hat sich in Mexiko aber nicht niedergeschlagen. Dies erkläre auch die Solidität der Börse. "Mexiko hat gesunde Finanzen und kein Geld geliehen", sagt NSC-Analyst Garza. Zudem machen die großen Unternehmen längst nicht mehr nur in der Heimat ihre Geschäfte, sondern sind regionale oder globale Player geworden. Dies mache sie unabhängiger von den Ausschlägen der US-Wirtschaft, merkt Rodolfo Navarrete, Chefanalyst beim Investmenthaus Vector, an.

Uneins sind sich die Analysten über die Auswirkungen der Energiereform, die im Parlament diskutiert wird. Sollten die Abgeordneten noch 2008 das Paket verabschieden, das bescheidene private Initiative in dem staatlich kontrollierten Sektor vorsieht, kann der IPC-Index laut Garza noch weitere drei bis vier Jahre kräftig wachsen. Navarrete sieht hingegen kaum Auswirkung durch die Reform auf die Börse, da sie den Sektor nicht umfassend öffne. Er prognostiziert aber auch ohne die Verabschiedung der Reform einen Indexanstieg bis Jahresende auf 37 000 Punkte.

Zum Kauf raten die Experten vor allem bei Unternehmen aus dem Bausektor, der Telekommunikation, den Medien und dem Konsumsektor. ICA und ARA seien die Marktführer bei der Konstruktion und würden von den staatlichen Infrastrukturprogrammen profitieren. Aus dem Telekommunikationssektor sei vor allem América Móvil (Amx) ein Kauf wert. Der größte Anbieter von Mobilfunk in Lateinamerika habe "spektakuläre Zahlen" vorgelegt, sagt Garza. Das Unternehmen des Multimilliardärs Carlos Slim wächst vor allem in Lateinamerika weiter stark. Aus der Konsumbranche seien Walmex (Wal-Mart de México) und der Brauseabfüller Femsa die besten Titel.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%