Jahresausblick der Asset-Manager
Geldprofis wittern Gefahren

Die Vorstände und Leiter der größten Asset-Management-Gesellschaften sehen im kommenden Jahr gute Perspektiven für die US-Aktienmärkte und die asiatischen Börsen. Allerdings sehen sie auch Gefahren und schließen größere Schocks nicht aus. Das ergab eine Handelsblatt-Umfrage unter elf Verwaltern mit einem Gesamtvermögen von über 12 Bill. Dollar.

FRANKFURT. Als größte Risikofaktoren identifizieren die Starinvestoren einer Konjunkturabschwächung in den USA , den fallenden Dollar, steigende Kursschwankungen sowie die generell geringeren Anlagerenditen. Unter strategischen Überlegungen sehen die Verwalter Schwerpunkte bei den Konzepten mit positivem Ertragsziel ("Absolute Return") und dem Thema Altersvorsorge.

Beim Blick auf die Anlagemärkte weisen viele Fachleute der Leitbörse Wall Street eine Schlüsselrolle zu. Es gibt positive Stimmen wie die von James Broderick, Europachef von JP Morgan Asset Management. "Auf dem US-Markt sind gerade defensive Standardwerte attraktiv bewertet", glaubt er.

Doch andere Experten rücken die von den USA ausgehenden Risiken in den Vordergrund - insbesondere die Konjunkturrisiken. Während Richard Lacaille von State Street Global Advisors in Boston auf seinem Heimatmarkt noch relativ optimistisch mit einer"sanften Landung" rechnet, hat Blake Grossman von Barclays Global Investors ernste Bedenken. Der Chef der weltgrößten Anlagegesellschaft identifiziert den "Rutsch des US-Immobilienmarktes und seinen möglichen Einfluss auf die Konsumausgaben" als größte Gefahr. Er resümiert: "Zusammen mit den Signalen für ein schwächeres Wachstum der Unternehmensgewinne in den kommenden Monaten würde ein scharfer Rückgang der Konsumausgaben die Kurse an den internationalen Aktienmärkten nach unten drücken."

Konjunktur, Dollar und Wall Street in einem Spannungsverhältnis

Ähnlich sieht Experte Klaus Kaldemorgen Konjunktur, Dollar und Wall Street in einem Spannungsverhältnis. Der Leiter Aktien bei Deutsche Asset Management erwartet zwar, dass "der Markt in USA nächsten Jahr zu den Outperformern gehören wird". Das sei aber ein Szenario ohne große Dollarschwäche. "Ein schwacher Dollar birgt die Gefahr von Inflation in Amerika, mit einer damit verbundenen möglichen Eigendynamik", sagt er. Der Dollar ist bereits in den vergangenen Woche abgedriftet und wird nach Meinung vieler Experten weiter fallen.

Skeptisch ist deshalb auch Joachim Faber, Leiter der Asset-Management-Sparte der Allianz. Für ihn ist eine weitere Abschwächung des Greenback "vorhersehbar". In einer solchen Entwicklung sieht er umgekehrt Chancen für andere Anlageregionen: "Das sollte Investoren zu Anlagen bewegen, die nicht auf US-Dollar lauten, so auch zu Anlagen in europäische Aktien." Abseits von Europa wittern die Strategen die größten Chance in Asien. Neben Faber setzt auch Michael Gordon von Fidelity auf Fernost und damit "auf die schon bald dynamischste Wirtschaftsregion weltweit".

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