Jens Ehrhardt im Interview

„Ich rechne mit Rückenwind für Aktien“

Wenn einer an der Börse schon alles gesehen, alles erlebt hat, dann Jens Ehrhardt. Der Chef der Vermögensverwaltung DJE Kapital AG managt Geld im Auftrag gut betuchter Kunden. Dass sich Privatanleger vom Aktienmarkt abwenden, hält er für einen Fehler. Gerade jetzt sei der Zeitpunkt für den Einstieg gar nicht schlecht. Er warnt aber auch vor zu hohen Erwartungen.
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Jens Ehrhardt, Vorstand DJE Kapital, setzt auf "gute Dividendenaktien". Quelle: DJE Kapital

Jens Ehrhardt, Vorstand DJE Kapital, setzt auf "gute Dividendenaktien".

Herr Ehrhardt, Sie sind seit mehreren Jahrzehnten an den Finanzmärkten aktiv. Wie fing bei Ihnen alles an?

Als Student habe ich begonnen, mich mit Aktien zu beschäftigen. Mich haben einerseits volkswirtschaftliche Entwicklungen interessiert, andererseits wollte ich Geld verdienen.

In den letzten Jahren haben immer weniger Deutsche Aktien gekauft. Die Angst vor der Börse ist groß. Können Sie das nachvollziehen?

Die Angst vor Aktien dürfte an den zwei Jahrhundert-Baissen der letzten zehn Jahre liegen, die immerhin den Dax um bis zu drei Viertel drückten und wo die Baisse bei Nebenwerten noch wesentlich größer war. Privatanleger investieren gewissermaßen mit Blick in den Rückspiegel.

Viele haben den Eindruck, dass Gewinne an der Börse reine Glückssache sind.

Letztlich sind Börsenkurse schon Spiegelbild von Logik. Vorübergehend kann es aber zu extremen Abweichungen vom wirtschaftlich sinnvollen Preis geben. Deshalb ist es wichtig, nicht auf Kredit zu arbeiten und kein kurzfristiges Geld an der Börse einzusetzen.

Welchen Ratschlag geben Sie jemandem, der Aktien kaufen möchte?

Aktien sollte man nur mit Eigenkapital erwerben und wenn andere wichtige Anlagen, wie die eigene Immobilie, auf soliden Beinen stehen. Der größte Fehler, den Anleger machen können, ist Modeerscheinungen nachzulaufen, oder sich das Chance-Risiko-Verhältnis nicht zu überlegen.

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  • Praktisch alle Unternehmen arbeiten auch mit Fremdmitteln. Warum nicht auch der private Anleger. 25% von der Gesamt-Anlage erscheinen mir nicht zu riskant. bei den derzeit niedrigen Zinsen macht "hebeln" doch richtig Spaß. Deshalb: Kontra Ehrhardt!

  • Die, welche bald Kasse machen wollen raten zum Einstieg, welche die billiger rein wollen zum Ausstieg. Es ist immer das gleiche Spiel.

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