Jens Wilhelm
„Sparziele nicht aus den Augen verlieren“

Mit einer Erholung der Weltwirtschaft rechnet Jens Wilhelm, Vorstand bei Union Investments, erst Ende 2009. Die Aufschwungphase an den Aktienmärkten könnte aber schon früher einsetzen. Das aktuelle Umfeld bietet Möglichkeiten für antizyklische Anlagen, sagt Wilhelm. Auf lange Sicht könnten klassische Spareinlagen keine hinreichenden Renditen bieten.

Wir sind aktuell in der Kapitulationsphase der durch Subprime ausgelösten Finanzmarktkrise. Allerdings werden uns die realwirtschaftlichen Folgen noch einige Zeit begleiten. Die eingeschränkten Kreditvergabemöglichkeiten der Banken belasten das Wirtschaftswachstum nachhaltig und die Auswirkungen auf Unternehmensseite sind bereits deutlich spürbar. Durch die umfassenden Maßnahmen von Politik, Notenbanken und Aufsichtsbehörden, die den Kern des Problems erreichen, sind die systemischen Risiken deutlich eingegrenzt. Diese Maßnahmen werden nicht unmittelbar aber nachhaltig für Stabilisierung und Erholung an den Kapitalmärkten sorgen.

Mit einer Erholung der Weltwirtschaft rechnen wir erst Ende 2009. Derzeit überwiegt das negative Sentiment, aber Fakt ist, dass die Kapitalmärkte bereits sehr deutlich reagiert haben. Normalerweise haben die Aktienmärkte sechs Monate Vorlauf auf den wirtschaftlichen Wendepunkt. Damit könnte eine neue Aufschwungphase an den Aktienmärkten im Frühjahr/Sommer 2009 beginnen.

Es ist verständlich, dass Anleger angesichts der Flut negativer Nachrichten in den letzten Wochen sehr verunsichert sind. Jedoch ist es wichtig, auch in einer so schwierigen Phase die langfristigen Sparziele nicht aus den Augen zu verlieren. Geldmarkt- und klassische Spareinlagen werden auf längerer Sicht nicht genügend Erträge erwirtschaften. Vor allem mit Blick auf eine bevorstehende Zinssenkung. Auch einseitige Investition in Gold dürfte derzeit die Risiken im Gesamtportfolio eher erhöhen.

Gerade in der aktuellen Krisenphase ist es daher wichtig, sich nicht völlig von den Kapitalmärkten zurückzuziehen, sondern bewusst zu positionieren. Große Verwerfungen bieten immer auch Chancen, obwohl es schwierig ist, im aktuellen Marktumfeld antizyklisch zu handeln. Anleger können jetzt damit beginnen, Positionen in breit gestreute Aktienfonds-Klassiker aufzubauen und parallel in Rentenfonds zu investieren. Investitionen in den Anleihemarkt bieten einen guten Schutz bei einer Konjunkturabschwächung. Die aktuellen Ereignisse unterstreichen abermals die Bedeutung der Vermögensstrukturierung.

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