Jim Rogers im Interview „Kaufen Sie einen Bauernhof!“

Der bekannte Investor ist davon überzeugt, dass die Schuldenkrise in Europa eskaliert. Aber nicht nur dort. Auch den USA drohen Ungemach, sagt Rogers. Deutschen Investoren rät er zu einer radikalen Anlagestrategie.
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Jim Rogers ist Hedgefondsmanager. Quelle: Reuters

Jim Rogers ist Hedgefondsmanager.

(Foto: Reuters)

New YorkHerr Rogers, wie bewerten Sie die Situation in Griechenland?
Also wenn Sie mich fragen, ändert das Wahlergebnis nicht viel. 40 Prozent der Wähler haben für die Gewinner-Partei gestimmt, aber 60 Prozent waren dagegen. Das löst doch das Problem nicht! Es wird das passieren, was in der Vergangenheit immer passiert ist: An den Märkten wird die Stimmung für kurze Zeit gut, bis die Erkenntnis eintritt, dass die Kuh noch lange nicht vom Eis ist. Dann geht es wieder bergab, und wir sind wieder da, wo wir aufgehört haben.

Die Bundesregierung hat angedeutet, dass der Sparzwang für Griechenland nun etwas gelockert werden könnte. Sorgt das nicht für etwas Stabilität?

Klar könnten die Griechen eine Verschnaufpause bekommen. Aber dann werden die Spanier auch sagen, dass sie weniger strenge Sparziele wollen. Natürlich können wir alle unsere Vorgaben ein bisschen lockern. Aber das führt nur zu mehr Inflation und mehr Währungsinstabilität auf der ganzen Welt.

Das bis zu 100 Milliarden Euro teure Rettungspaket für Spanien haben Sie scharf kritisiert.

Das Paket war eine sehr schlechte Idee. Frau Merkel will ja im nächsten Jahr eine Wahl gewinnen. Also wird sie alles tun, was in ihrer Macht steht, um sicherzustellen, dass Europa bis zur Wahl nicht auseinanderfällt. Danach wird es ihr nicht mehr so wichtig sein.

Also ich weiß nicht.

Sie halten offensichtlich mehr von Politikern als ich. Ich habe noch nie einen Politiker mit reinem Herzen getroffen - das gilt auch für Angela Merkel, so smart und aufregend wie sie ist.

Wie würden Sie Frau Merkels Führungsstil in der Eurokrise bewerten?

Niemand in Europa hat richtig gehandelt, außer vielleicht Island und Estland. Also würde ich die Leistung aller Politiker als schlecht bewerten.

Was müsste denn aus Ihrer Sicht getan werden?

Man muss die schwachen Länder, die ganz offensichtlich pleite sind, auch pleitegehen lassen. Griechenland ist ganz klar pleite. Das zu bestreiten ist absurd. Also lasst Griechenland pleitegehen. Dann würden Banken und Anleihebesitzer zwar eine Menge Geld verlieren. Aber darf ich Sie mal fragen: Warum sollten hart arbeitende deutsche Steuerzahler Geld bezahlen, damit die Griechen am Strand sitzen und Wein trinken und die Banker ihre Lamborghinis behalten können? Das ist absurd.

„... und ich werde Geld verdienen“
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65 Kommentare zu "Jim Rogers im Interview: „Ich wette gegen Aktien. Überall auf der Welt!“"

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  • Rogers ist ein Teil der Krise. Leute wie er verursachen erst die Probleme. Die Krise beruht zu großen Teilen darauf das jeder nur an sich und sein Bankkonto denkt. Spinnt man diese These bis zum Konsumenten durch, dann merkt man schnell das sie stimmt. Denn an des Steuerzahlers Geld will man jetzt ran in der Not um Leute wie Rogers das Spielen in der Spielhölle weiter zu ermöglichen.

  • Wie weit ist denn das HB gekommen? Gehen die Themen aus?
    Dieses "Interview" wurde hier vor Wochen schon mal getitelt!


  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • "Nur eine Meinung vom Tausenden" - leider eher einer der ganz wenigen Tausenden, die unabhängig, ehrlich und offen sprechen!

    Jim Rogers ist Klasse - Alles was er sagt über Saudisches Öl, Gold, Obama/Romney-Unwahl, Iran, Agrarproduktion, Eurozone solle schrumpfen, griechischer Wein/Lamborghinis - Ein Mann der nur seinen Prinzipien, seinem eigenen Portmonnaie keiner politischen Agenda verpflichtet ist - es müsste mehr Wahrsprecher geben wie ihn! Tolles Interview. Leider wird er wieder mal recht behalten...

  • Die Märkte (Marktteilnehmer) zu seinem persönlichen Gunsten zu manipulieren. Und dies geschieht sehr oft indem man das Gegenteil von dem mitteilt was man selber glaubt.

  • Der Mensch ist, wie jedes Wesen, gepolt und daher wird er nie, auch unter größten Schmerzen, nicht dazu lernen. Der Mensch kommt mit fest vorgegebenen Eigenschaften zur Welt, die er nicht verändern kann. Auch Hitler (nur ein Beispiel!!!) ist, auch vor der Gewissheit seiner totalen Niederlage, nicht zu einem guten Menschen mutiert. Vielmehr hat jeder von uns, in diesen globalen Spiel, seinen persönlichen Film laufen (und danach agiert er), der eben so lange läuft, bis er nicht abgelaufen ist. So spielt jeder seine Rolle in diesem sogenannten göttlichen Plan.

  • Ich frage nochmal: Wie kann Herr Rogers (und somit vielleicht auch ich) in Myanmar investieren? Sehe die Entwicklung dort nämlich auch schon länger als sehr interessant an, aber finde einfach keine Investitionsmöglichkeit dort!!

    LG Marco

  • Wenn er von einem "reinem Herzen" spricht, meint Herr Rogers sicherlich das Gegenteil von der Diskrepanz von Wort und Handeln, wie sie bei Politikern des Öfteren zu finden ist. Politiker sind gezwungen sich beliebt zu machen. Zu diesem Zweck wird dann, je nach dem, um welches Gegenüber es sich handelt, die Realität modifiziert, um dann die eigenen Ziele durchsetzen zu können.
    Schön wäre es natürlich, wenn alle Menschen ehrlich sind und reinen Herzens die Wahrheit darüber aussprechen, welche Ziele sie verfolgen. Nur gelänge man ganz schnell an den Punkt zu entscheiden, was richtig ist und was falsch. Niemand kann das mit absoluter Gewissheit sagen, sondern eben immer nur knapp daneben liegen. Also heißt es "Realität modifizieren".
    "Ein reines Herz" kann nur zu einer ausgeführten Tätigkeit in Beziehung gesetzt werden. Herr Rogers tut offenbar das, was er für richtig hält,spricht darüber und hat daher aus seiner Sicht ein "reines Herz". (auch wenn ich selbst es fragwürdig finde, wie er sein Geld verdient).
    Das bestehende Geldsystem lässt sich nicht ändern. Dessen Triebfeder ist die Angst vor dem Verlust der eigenen Macht. Anhäufen von Geld verschafft Sicherheit.Angst lässt sich nicht verbieten und deshalb gehe ich davon aus, dass das System, was Zins und Zinseszins angeht, bestehen bleibt. Es verschafft die meisten Vorteile für die, die schon viel Geld haben.
    Gut wäre es sicherlich, wenn Menschen wie Herr Rogers eine Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit übernähmen, und wenigstens für eine gerechte Reglementierung des Geldsxstems einträten. Er selbst erklärt nur nüchtern, wie der ganze Zirkus funktioniert und welcher Art Akrobat er in diesem Gefüge darstellt.Den Anspruch zur Weltverbesserung überlässt er diesen Politikern, die in seinen Augen nicht "reinen Herzens" sind.
    (Man muss sich ja das Leben nicht unnötig kompliziert machen)
    Was ist wohl seine Motivation für das Interview?

  • Amüsant - aber mehr auch nicht.

    Nur eine Meinung von Tausenden - gerne gehört um zu versuchen sich zu orientieren, aber es gibt so viele verschiedene Meinungen zu unserer momentan Lage, dass letzendlich doch nur das eigene Gefühl zählt.

    Der Bauernhof geht letztendlich immer als Zuflucht - zur eigenen Lebensmittelversorgung so kraß wirds dann doch nicht kommen.

  • (TEIL 2)
    ...Es wird jedoch viel lieber „unter den Teppich“ gekehrt, wenn ein „Sozialhilfeempfänger“ sich nicht um seine Bewerbungen kümmert um wieder in „Lohn und Brot“ zu kommen, sondern ein in den Tag hinein lebt und sich auf die Staatlichen Zahlungen verlässt, und diese als selbstverständlich hinnimmt.
    Hier wird dann immer mehr Geld gefordert um diese Leute weiter „in die Gesellschaft zu integrieren“. Es wird übersehen, dass diese Menschen SICH SELBST ausschließen. Dadurch dass sie nicht mehr am Arbeitsleben teilnehmen.
    Selbstredend ist dies sicher die Minderheit derer, welche ohne Arbeit sind; jedoch verpflichten eben diese den Staat dazu Kürzungen und Auflagen an diese Sozialleistungen zu knüpfen, damit diese nicht ausgenutzt werden können; besser weniger ausgenutzt werden können.

    Diese Maßnahmen, welche ökonomisch –auch auf die Gefahr hin, dass allein dieses Wort schon wieder für Aufregung sorgt, so ist es hier doch als einziges angebracht- lediglich die „Motivation“ bei diesen Arbeitsverweigerern –und hiermit meine ich lediglich diejenigen die von selbst nicht wieder arbeiten wollen- wieder anzuheben. Leider geht dies nur durch die Senkung deren „Einkommen“, nämlich der „Hartz-IV-Regelsätze“.

    Unter solche, durch einige wenige in einer Gruppe befindliche und aus dem Rahmen fallende –somit also anarchistisch handelnde- Menschen wieder zu animieren, müssen eben o.g. Kürzungen immer wieder vorgenommen werden.

    Dies ist das Problem des „sozialen“ Miteinander.
    Besser sollte man es das „a“soziale Miteinander nennen.

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