Jüngste politische Entscheidungen geben der Branche neuen Auftrieb – Unternehmen stellen Gewinne in Aussicht
Solaraktien gewinnen an Attraktivität

Mit zeitweise deutlichen Kursaufschlägen haben Solaraktien wie Solarworld oder Sunways auf die jüngsten Signale aus der Politik reagiert. Und glaubt man Analysten, könnte sich der Trend fortsetzen. Ab Januar 2004 soll die Vergütung für Strom aus Sonnenenergie mindestens 45,7 Cent pro Kilowattstunde betragen.

pga FRANKFURT/M. Das regelt ein so genanntes Vorschaltgesetz, das noch in diesem Jahr im Bundestag abgesegnet werden soll. Die noch junge Solarbranche erhält hierdurch Planungssicherheit. Zudem lassen die jüngsten Quartalsergebnisse der Solarstromanbieter hoffen, dass zumindest einige Firmen in 2004 schwarze Zahlen schreiben werden. Noch im Herbst hatte die Branche ein Auftragsloch befürchtet. Jetzt hält sie für 2004 ein Absatzplus von 30 % für möglich.

Von den hier zu Lande vorwiegend mittelständisch geprägten Firmen, hat vor allem die Bonner Solarworld AG bereits eine kritische Größe erreicht, um sich gegenüber den globalen Playern wie Shell, BP oder RWE zu behaupten. „Andere wie Sunways, Solon oder Solar-Fabrik haben mangels Masse kaum Gewicht am Markt“, sagt Analyst Patrick Hummel von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Solarworld empfiehlt er zum „Kauf“. Das Unternehmen bilde die gesamte Wertschöpfungskette ab und könne durch eigene Kapazitätserweiterungen vom erwarteten Marktwachstum profitieren. Die jüngsten Quartalszahlen spiegelten diese Entwicklung zwar noch nicht wider. Zudem sei die Verschuldung durch die jüngsten Investitionen recht hoch. Hummel ist dennoch zuversichtlich, dass Solarworld 2004 wieder schwarze Zahlen schreibt.

Konkurrent Sunways hat erstmals im dritten Quartal ein positives Ergebnis vor Steuern und Zinsen ausgewiesen. Gerrit Rohleder von der Investmentbank Equinet rechnet auch im kommenden Jahr für Sunways mit einem positiven operativen Ergebnis. Negativ fallen dagegen die Urteile der Experten zum Solarmodulhersteller Solar-Fabrik aus, da auf absehbare Zeit kein profitables Arbeiten absehbar sei.

Anleger sollten bedenken, dass die börsennotierten Solarstromanbieter klein sind und es daher nur begrenzte Investitionsmöglichkeiten gibt. Viele Aktienfonds investieren hier nicht, da bereits kleine Kauf- oder Verkaufsaufträge zu größeren Kursausschlägen führen können. Heinz-Gerd Sonnenschein von Postbank Research rät daher, Solartitel nur als kleine Beimischung ins Depot zu legen.

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