Jürgen Heraeus im Finanz-Check
„Ich dachte, bei der Deutschen Bank geht‘s nicht tiefer“

Er ist einer der bekanntesten deutschen Familienunternehmer. Das liegt nicht zuletzt an Jürgen Heraeus’ großem Engagement für die Gesellschaft. Und daran, dass er nie den Humor verliert – auch nicht bei der Geldanlage.
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Sich aufs Altenteil zurückzuziehen und den Ruhestand zu genießen kommt für Jürgen Heraeus nicht infrage. Und das, obwohl der sportliche Unternehmer vor wenigen Tagen seinen 80. Geburtstag gefeiert hat. Sein Rat ist noch immer gefragt: Als Vorsitzender der Business-20-Gruppe ist er der Spitzenrepräsentant der Wirtschaft, wenn Deutschland am 1. Dezember 2016 die Präsidentschaft der G20 übernimmt.

Aus dem operativen Geschäft des Familienunternehmens Heraeus hat sich der promovierte Betriebswirt jedoch schon im Jahr 2000 zurückgezogen. Mit seinem Schwiegersohn Jan Rinnert, der sich zunächst als Finanzvorstand beweisen musste, steht aber inzwischen wieder ein Familienmitglied an der Spitze der Holding. Zudem führt Heraeus selbst immer noch den Aufsichtsrat und den Gesellschafterausschuss des Hanauer Technologiekonzerns. Neben weiteren Aufsichtsratsmandaten engagiert er sich als Vorstandsvorsitzender des Deutschen Komitees für Unicef und der Kathinka-Platzhoff-Stiftung für die Gesellschaft.

Ins Rampenlicht geriet er, als er eine wichtige Rolle bei der Neuausrichtung des Automobilclubs ADAC übernahm. Heraeus scheut sich zudem nicht, zu wirtschaftlichen und politischen Themen Stellung zu beziehen. Als Vater von fünf Töchtern interessiert er sich dabei besonders für Bildungspolitik. Geld verdient das Unternehmen Heraeus übrigens mit der Verarbeitung und dem Handel von Edelmetallen – Jürgen Heraeus’ erste Geldanlage war dennoch kein Gold.

Name: Jürgen Heraeus

Geburtstag: 2. September 1936

Beruf: Vorsitzender des Aufsichtsrats und des Gesellschafterausschusses beim Hanauer Technologiekonzern Heraeus

Was bedeutet Ihnen Geld?
Es ist schön, wenn man es hat.

Wann ist ein Mensch reich?
Reich kann sich ein Mensch in erster Linie dann fühlen, wenn er zufrieden ist.

Was ist Ihr wertvollster Besitz - auch immateriell?
Das ist für mich eindeutig die Familie, einschließlich meiner Beteiligung am Unternehmen.

Womit haben Sie Ihr erstes eigenes Geld verdient?
Mit dem Tausch von Maikäfern gegen Brotmarken, ich war gerade einmal neun Jahre alt.

Wie haben Sie gelernt, mit Geld umzugehen?
Indem ich immer versucht habe, mehr Geld einzunehmen, als auszugeben.

Was war Ihre erste Geldanlage nach dem Sparbuch?
Das war ein Aktienkauf.

Welche Aktie haben Sie erworben und wann?
Gekauft habe ich sie im Jahr 1957, also mit 21 Jahren: Das Unternehmen hieß Allweiler Pumpen.

Welche Erfahrungen haben Sie denn am Aktienmarkt gemacht?
Das waren leider durchaus gemischte.

Wie legen Sie Ihr Geld heute an?
Breit diversifiziert. Ich vertraue dabei vor allem Menschen, die ich kenne.

Verfolgen Sie eine klar definierte Strategie?
Ja, ziemlich.

Wäre eine Anlage über Robotadvisor für Sie denkbar?
Nein, denn es macht keinen Spaß, mit denen zu kommunizieren.

Welche Wette ging nicht auf und warum?
Ich habe Deutsche-Bank-Aktien bei 30 Euro gekauft – in der Annahme, tiefer geht es nicht. Es ist bekanntlich anders gekommen.

Wie lautet Ihre liebste Börsenweisheit und warum?
Greife niemals in fallende Messer. Denn dann schneidet man sich mit großer Wahrscheinlichkeit in die Finger.

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