Junge Reiche und ihr Geld
Banker? Nein danke!

Eine Umfrage zeigt: Young Professionals vertrauen ihrem Banker nicht mehr. Sie suchen sich ihre Anlagen selbst zusammen und sind besonders anspruchsvoll. Was junge Vermögende von ihren Finanzberatern halten.
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DüsseldorfWenn junge Bankkunden ihre Berater beschreiben, müssen sich die Banker warm anziehen. „Die Berater sind nur an ihrem Profit interessiert“, erklärt einer. „Denen kann man nicht trauen, die abgeschlossenen Verträge waren überteuert und schlecht“, ein anderer.

„Er versucht mir ein Produkt mit hohen Kosten anzudrehen und geht nicht auf meine eigentlichen Wünsche ein“, gibt ein weiterer Junganleger zum Besten. „Zunehmend schlechtes Image“, „zu jung, zu arrogant“, „wenig Kompetenz vorhanden“, urteilen andere.

Diese Kommentare stammen aus einer Studie unter Young Professionals, die über ihre private Geldanlage Auskunft geben sollten. Die repräsentative Umfrage der FOM Hochschule, der Kanzlei Baum Reiter & Collegen und Handelsblatt Online ist nicht nur wegen solcher frechen Kommentare eine Ohrfeige für die Finanzbranche.

Die Umfrageergebnisse bei den mehr als 650 jungen, gut ausgebildeten Berufseinsteigern zwischen 18 und 35 Jahren zeigen: Auch sechs Jahre nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman ist das Image der Branche schlecht. Und es kommt noch schlimmer: Die für die Banker höchst interessante Kundengruppe hat mit ihren stationären Beratern längst abgeschlossen.

Rund 60 Prozent der „Young Professionals“ treffen ihre Anlageentscheidungen mittlerweile ohne jede professionelle Beratung. Das sind elf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Nur noch jeder fünfte vertraut seinem Berater. Zehn Prozent holen sich Rat bei Freunden und Verwandten.

„Das ist eine Abstimmung mit den Füßen“, sagt Professor Julius Reiter, Fachbeiratsvorsitzender der FOM Hochschule und Anlegeranwalt. „Ein alarmierendes Zeugnis für eine Branche, die Gefahr läuft, das Vertrauen ihrer Kunden vollständig zu verlieren.“ Von den wenigen, die noch auf ihren Berater hören, würde jeder Dritte den Vertriebler nicht an Freunde weiterempfehlen.

Kommentare zu " Junge Reiche und ihr Geld: Banker? Nein danke! "

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  • @ S. Schulz:

    Na, das klingt aber komisch... Gut verdienen, keine Unkosten und dann bekommen Sie keine TEUR 4? Dafür kann es m. E. nur bestimmte Gründe geben: Sie haben regelmäßig mehr ausgegeben als Sie verdient haben/ Ihre Kontoführung ließ zu wünschen übrig und/ oder Ihre Schufa war nicht rein. Die ersten beiden Dinge konnte die andere Bank nicht wissen und war in Erwartung eines neuen "guten" Kunden = gute Konditionen. "Ihre" Bank könnte Ihre evtl. schwache Kontoführung bzw. Ihr erhöhtes Ausfallrisiko bepreist haben. Sind natürlich von meiner Seite nur Vermutungen, aber ganz rund klingt Ihre Schilderung nicht.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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