Kakao wird teurer
Schokolade neu entdeckt

In Ländern wie China und Indien steigt mit zunehmendem Wohlstand auch der Schokoladenkonsum. Experten erwarten deshalb, dass sich Kakao tendenziell verteuern wird. Vor allem in Deutschland geht der Trend immer mehr zu dunklen Schokoladen mit einem höherem Anteil des braunen Rohstoffs.

KAPSTADT. Die Entwicklung des Kakaopreises glich in den vergangenen Wochen einer Achterbahnfahrt. Zunächst schoss der Preis an der New Yorker Kakaobörse bis auf rund 2 900 Dollar nach oben, dann stürzte er wieder auf weniger als 2 300 Dollar ab, um sich erneut der 3 000er-Marke zu nähern. Zuletzt stabilisierten sich die Notierungen um 2 800 Dollar. Experten erwarten, dass sich Kakao tendenziell verteuern wird. Dafür spricht - wie bei vielen anderen Rohstoffen - auch die wachsende Nachfrage in Schwellenländern wie China und Indien.

Den historischen Höchststand bei fast 5 000 Dollar je Tonne, der vor 30 Jahren verzeichnet wurde, werden die Preise aber so schnell wohl kaum erreichen. Die Experten sind sich auch nicht ganz einig, ob die festeren Preise fundamental begründet sind, oder ob es sich bei dem jüngsten Aufschwung lediglich um eine neue Spekulationsblase handelt.

Mit den Veränderungen von Angebot und Nachfrage oder aktuellen Lagerbeständen ist der steile Preisanstieg nach Ansicht von Manfred Wolter, Rohstoffanalyst der Landesbank Baden-Württemberg, nicht zu erklären. Im Gegenteil: Die seit Jahren steigenden Ernteerträge sollten dem Preis trotz wachsender Nachfrage gewisse Grenzen setzen. Wolter sieht deshalb am Kakaomarkt vor allem Fonds und Finanzinvestoren am Werk. Ein Indiz dafür ist die scharfe Preiskorrektur kurz vor Ostern.

Gleichwohl spricht auch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage dafür, dass sich die Preise auf einem höheren Niveau einpendeln werden. Rohstoffexperten gehen jedenfalls davon aus, dass der Kakaomarkt im laufenden Jahr erneut ein leichtes Angebotsdefizit von rund 50 000 Tonnen aufweisen wird. Dies ist zwar deutlich weniger als die gut 400 000 Tonnen aus der letzten Saison. Von einem befürchteten Überangebot könne aber keine Rede sein, heißt es.

Die insgesamt optimistische Erwartungshaltung des Marktes ist in den aktuellen Kursen bereits weitgehend enthalten. So hat Kakao seit seinem Zwischentief im November 2007 fast 50 Prozent zulegen können. Unter fundamentalen Aspekten erscheint das weitere Aufwärtspotenzial somit begrenzt. Einige Beobachter wie Sven Grünewald vom Hamburger Kakaohandelshaus Albrecht & Dill, halten daher auch eine stärkere kurzfristige Korrektur nach unten für möglich.

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