Kampf gegen Online-Kriminalität: Tipps gegen Phishing, Pharming & Co.

Kampf gegen Online-Kriminalität
Tipps gegen Phishing, Pharming & Co.

Phishing, Pharming, vielfältige Tricks: Internet-Betrüger geben nie auf. So können sich Online-Banking-Kunden schützen.

Fast jeder hat sie schon einmal bekommen: Dreiste Phishing-E-Mails, millionenfach versendet an ahnungslose Bankkunden. Unter einem vermeintlich plausiblen Vorwand werden die Kunden auf täuschend echte Kopien ihrer Bank-Web-Site gelockt. Dort fragen die Betrüger die persönlichen Zugangsdaten ab, etwa Kontonummer, PIN (Persönliche Identifikationsnummer) und TAN (Transaktionsnummern), um Geld vom Konto des Opfers abzuzweigen.

Ein einfacher, aber wirkungsvoller Ratschlag: Befolgen Sie keine Aufforderung, die per E-Mail gesendet wurde - keine Bank würde sensible Kundendaten per Mail abfragen. Gegen die neueren Tricks der Online-Betrüger reicht diese simple Vorsichtsmaßnahme aber nicht aus: Beim Pharming etwa kann der Bankkunde auch dann auf eine gefälschte Web-Site geleitet werden, wenn er selbst keine PINs oder TANs preisgibt. Auch können sogenannte Trojaner auf der Festplatte des PCs installiert werden, die das Computersystem ausspionieren und die PIN- und TAN-Nummern an die Betrüger senden, ohne dass der Nutzer etwas merkt.

Schutz gegen Pharming und Trojaner bieten neuere Virenschutzprogramme mit Firewall, etwa Kaspersky, G-Data oder McAfee. Sie erkennen die Spione und machen sie unschädlich. "Wer seine Bankgeschäfte von zu Hause aus erledigt, sollte unbedingt eine solche Software installieren und sie auch regelmäßig aktualisieren", rät Paul Dienstbach, Jurist in der Arbeitsgruppe Identitätsschutz der Ruhr-Uni Bochum. Ganz wichtig: "Öffentliche PCs, etwa im Internetcafé, verbieten sich für Bankgeschäfte." Die Banken sträuben sich zwar, konkrete Schadenshöhen zu beziffern, die durch den Passwortklau entstehen. Klar ist aber, dass die Zahl der Spionageattacken rapide zunimmt und sie immer ausgefuchster werden. Fast alle Institute haben inzwischen darauf reagiert und verbesserte Technik eingeführt.

Zu 100 Prozent sichere Verfahren wie HBCI werden aber bisher nur von etwa der Hälfte der Banken angeboten. Außerdem sind sie ziemlich umständlich. Sie erfordern ein zusätzliches Gerät, meist einen Kartenleser. Einen deutlichen Fortschritt gegenüber dem früher üblichen einfachen PIN/TAN-Verfahren bietet bereits die iTAN. Dabei nennt die Bank dem Kunden vor der Überweisung per Zufallsgenerator eine ganz bestimmte TAN aus der Liste; nur mit dieser klappt die Überweisung. Betrüger, die TANs abgefischt haben, ohne die richtige Reihenfolge zu kennen, werden ausgebremst. Dienstbach: "Fast alle Banken bieten iTAN zumindest alternativ an; wer die Wahl zwischen TAN und iTAN hat, sollte auf iTAN bestehen."

Noch sicherer ist die mTAN. Dabei schickt die Bank dem Kunden für jede Transaktion eine neue TAN auf sein Handy. Phishing, Trojaner oder Pharming brauchen mTAN-Kunden nicht mehr zu fürchten. Opfern bleibt meist nur die gütliche Einigung mit der Bank. Bisher galten die als kulant. Aber "der Ton wird rauer", hat Thomas Bieler von der Verbraucherzentrale NRW beobachtet, "die Beschwerden der Kunden, die bei ihrer Bank abblitzen, häufen sich". Zudem versuchen einige Geldinstitute, die Haftung durch einseitig zulasten des Kunden formulierte Sorgfaltspflichten zu umgehen. Eine eindeutige Rechtsprechung oder gar Gesetze gibt es noch nicht. Im Ernstfall wäre eine Klage kaum aussichtsreich. Vor allem, wer noch ein altes Verfahren nutzt, obwohl die Bank bereits ein besseres System anbietet, hätte vor Gericht schlechte Karten.


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