Kapitalmarktgeschäfte
Was die Investmentbanker von Trump halten

Kein „Super Tuesday“, aber eine wichtige Etappe im Vorwahlkampf. Nächsten Dienstag könnte Donald Trump in New York gewinnen. Die Investmentbanker haben schon eine Meinung, ob der Mann gut für das Geschäft ist.

FrankfurtFür Donald Trump ist der Wahlkampf in New York ein Heimspiel. Sein Name ist eng verbunden mit der Stadt, die niemals schläft. Seine Immobilienspekulationen in Manhattan sind sein wirtschaftliches Markenzeichen, symbolisiert durch den „Trump Tower“ am Rande des Central Parks. Während andernorts in den USA viele Republikaner seine Präsidentschaftskandidatur mit Grausen verfolgen, steht das Parteiestablishment in seinem Heimatstaat weitgehend hinter dem politischen Quereinsteiger. Nach Wochen der Rückschläge in seiner Kampagne sehen ihn Umfragen bei der Vorwahl in New York klar vor seinen Verfolgern.

Aber wie denken die Investmentbanker in der Wall Street über den oft marktschreierisch auftretenden Politiker? Sie sind ziemlich skeptisch, ob ein Präsident Trump gut wäre fürs Geschäft. Allerdings sind die Ängste in den USA viel kleiner als in Übersee. Immerhin zwei Drittel von weltweit 1500 befragten M&A-Fachleuten glauben, dass Trump im Weißen Haus eher schlecht wäre für das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen. Das ergab eine Studie von Intralinks, derzufolge Hillary Clinton als diejenige Kandidatin gesehen wird, der am ehesten eine positive Beeinflussung der M&A-Aktivitäten zugetraut wird – besonders in Europa.

„Unsere Auswertung zeigt, dass Dealmaker weltweit sehr beunruhigt sind bei dem Gedanken, dass der nächste US-Präsident Donald Trump heißen könnte: Er gilt als der Kandidat, der mit Abstand den schlechtesten Einfluss auf den M&A-Markt hätte“, sagt Matt Porzio, Vice President für den Bereich M&A Strategy bei Intralinks.

Die Sorge um eine Trump-Präsidentschaft wird besonders außerhalb der USA deutlich: So fürchten 71 Prozent der Dealmaker in Europa negative Konsequenzen. In Lateinamerika sind es sogar 83 Prozent, in der Asien-Pazifik-Region 75 Prozent.

In den USA dagegen ergibt sich dagegen ein ganz anderes Bild. Hier haben M&A-Manager ein größeres Vertrauen in den Milliardär, denn nur 46 Prozent glauben, dass er schlecht für das Übernahmekarussell wäre.

Deutlich negativere Konsequenzen brächte aus Sicht der Wall Street die Wahl von Bernie Sanders, der sich selbst als demokratischen Sozialisten bezeichnet. Fast drei Viertel der Befragten glauben, dass das M&A-Geschäft dann Schaden nehmen würde. Hillary Clinton dagegen hätte gar keinen Einfluss auf Fusionen und Übernahmen, glauben 40 Prozent der Einfädler von Unternehmenskäufen in Nordamerika.

Gegenwind aus der Politik oder eine noch schärfere Regulierung – etwa bei den Boni oder den Steuern auf Einkommensmillionäre - können die Investmentbanker aktuell kaum gebrauchen. Weltweit lahmt das Fusionsgeschäft, außerdem mangelt es an lukrativen Börsengängen, so dass auch hier die Ertragsquellen nicht mehr so sprudeln wie noch im vergangenen Jahr.

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