Klimaentwicklung und Weltwirtschaft
Nachhaltiger Wandel

Das Thema Klimaerwärmung erreicht mit Macht die Finanzmärkte. In der Welt der Investoren verschieben sich derzeit die Gewichte. Fondsgesellschaften und Zertifikateanbieter stellen sich darauf ein, dass sich das Risikoprofil ganzer Branchen ändert. Auch Privatanleger sollten reagieren.

FRANKFURT. Kaum klettert das Thermometer zum ersten Mal in diesem Jahr über 30 Grad, da streiten sich die Meteorologen. Die jüngsten Hitzetage – immerhin die frühesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen – hätten mit dem Klimawandel noch nichts zu tun, sagen die einen. In ihrer Fülle seien die Anzeichen für den Klimawandel nicht mehr zu übersehen, widerspricht das andere Lager.

Unstrittig ist hingegen, dass die Erderwärmung in den kommenden Jahrzehnten gewaltige Auswirkungen haben wird – und zwar nicht nur auf die Öko-Systeme, sondern auch auf die Weltwirtschaft und damit auch auf die Finanzmärkte. „In erster Linie nehmen Risiko und Unsicherheit zu, damit geht eine steigende Volatilität einher“, sagt Philipp Vorndran, Investmentstratege der Credit Suisse. Er erwartet, dass die Risikoprämien am Aktien- und Anleihemarkt insgesamt steigen werden und die gezielte Auswahl von Sektoren und Regionen deutlich bedeutsamer wird. Anleger müssten lernen, die Aufteilung ihres Vermögens an das geänderte globale Umfeld anzupassen, sagt Vorndran. Generell erwartet er eine Flucht in Qualitäts-Investments.

Am Aktienmarkt werden nach Meinung von Experten dagegen vor allem die Titel kleinerer Unternehmen mit hoher Innovationskraft profitieren. An vorderster Stelle stehen hier Firmen aus dem Bereich erneuerbarer Energien wie Wind-, Solar- und Wasserkraft oder Produzenten von klimafreundlichen Treibstoffen wie Ethanol oder Biodiesel. Die rasante Rally der Aktien aus diesen Sektoren zeigt, dass das Thema bei den Investoren – auch den Kleinanlegern – schon angekommen ist. Gerade deutsche Firmen wie Solarworld, Q-Cells oder Nordex, die zu den Technologieführern in dem jungen Segment zählen, sind gefragt.

Allerdings sind Investitionen in Wind-, Solar- oder Wasserkraftunternehmen nur eine von zahlreichen Möglichkeiten, den Klimawandel in die Anlagestrategie einzubeziehen. „Das Thema umfasst viel mehr als die bereits offensichtlichen Bereiche“, sagt Bernd Meyer, Aktienstratege der Deutschen Bank. Er sieht im Klimawandel einen Megatrend, vergleichbar mit der Globalisierung, der sich Schritt für Schritt ausbreiten wird.

Damit wird es auch in vielen anderen Sektoren Verschiebungen geben: „Die zahlreichen Maßnahmen zur Bekämpfung der globalen Erwärmung werden das Risikoprofil verschiedener Branchen verändern und die Anlagechancen in anderen Branchen verbessern“, erwarten die Experten des weltweit größten Vermögensverwalters, der Schweizer Großbank UBS.

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