Klimasünder am Pranger
Klimawandel kann zum Anlagerisiko werden

Es sind nicht mehr nur die Umweltschützer, die Unternehmen wegen Energieverschwendung kritisieren, sondern zunehmend Investoren. Denn der Klimawandel kann auch zum Geschäftsrisiko werden.

DÜSSELDORF. Es sind nicht mehr nur die Umweltschützer, die Unternehmen wegen Energieverschwendung kritisieren, sondern zunehmend Investoren. Die amerikanische Ceres hat eine "Climate Watch"-Liste der zehn schlimmsten US-Klimasünder veröffentlicht. Ceres ist ein Netzwerk aus Investoren und Initiativen, die sich für nachhaltiges, ökologisch und sozial verantwortliches Wirtschaften einsetzen.

Die von ihm an den Pranger gestellten Unternehmen verweigern, den Investoren ihre Treibhausgasemissionen offen zu legen. Einige planen den Angaben zufolge sogar deutlich klimaschädliche Investitionen. Auf der „Climate Watch List“ stehen insbesondere Energiekonzerne: die Energieversorger Allegheny, Dominion Ressourcen und TXU, die Kohlekonzerne Consol Energy und Massey Energy sowie die Öl- und Gasförderer Exxon-Mobil und Conoco-Phillips.

Zu den Klimasündern gehören aber auch der Einzelhandelskonzern Bed Bath & Beyond, das Finanzinstitut Wells Fargo und der Versicherer ACE. Die Investoren haben diese und weitere 26 Unternehmen in den Aktionärsversammlungen aufgefordert, stärker auf Geschäftsrisiken und -chancen des Klimawandels zu achten.

Ceres hat überdies mit dem kalifornischen Pensionsfonds CalPers schärfste Kritik an der mangelnden Transparenz der meisten US-Konzerne hinsichtlich ihrer Klimarisiken geübt. In ihrem Bericht heißt es, weniger als die Hälfte der im Index S&P 500 notierten Konzernen hätten auf eine entsprechende Befragung geantwortet und die Antworten seien weit hinter den Standards zurückgeblieben, die das „Global Framework for Climate Risk Exposure“ gesetzt habe.

Die Investoren haben mit solchen Aktionen nicht allein den Klimaschutz im Auge, sondern insbesondere ihr Anlagerisiko. Wie hoch dies sein kann berechnete die britische Trucost für die 100 größten an der Financial Times Stock Exchange (FTSE) gelisteten Aktienkonzerne. Bis zu 12 Prozent ihres Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) sind demnach von Klimarisiken bedroht. Bei einigen Unternehmen liege das Risiko sogar bei mehr als 50 Prozent.

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