Kommerzialisierung des Sports
Anleger profitieren von Fußball und Olympia

Von der zunehmenden Kommerzialisierung des Sports profitieren vor allem deutsche börsennotierte Unternehmen. Die Nutznießer kommen nach Ansicht der DZ Bank gleich aus vier verschiedenen Bereichen: Am naheliegendsten sind die Sportartikel-Hersteller um Adidas und Nike. Aber es gibt noch weitere.

FRANKFURT. Daneben profitieren die Hersteller von TV-Geräten wie Loewe, die Service-Anbieter wie Fernsehsender, Ticket-Vermarkter und Sportrechte-Vermarkter und zu guter Letzt die Sponsoren. "Das Spektrum derer, die im Sog sportlicher Großereignisse wie Fußball-EM oder Olympia profitiert, wird immer größer", sagt Lothar Weniger, Chef der Aktienanalyse bei der DZ Bank.

Einer der ganz großen Favoriten ist für die Genossenschaftsbanker der fränkische Adidas-Konzern, dem speziell die Olympischen Spiele in China den entscheidenden Durchbruch im bald wohl wichtigsten Sportartikel-Markt der Welt gebracht haben dürften. Das Kursziel für die Aktie, die gestern über 39 Euro kostete, hat Herbert Sturm, Gruppenleiter für das institutionelle Aktienresearch, gerade erst von 51,50 auf 56 Euro angehoben.

"Adidas erlebt einen Trend der Sonderklasse, durch den sich die Aktie in den nächsten fünf Jahren besser als der Gesamtmarkt entwickeln wird", sagt Sturm. Ganz wichtig dabei: Die Abhängigkeit vom bislang größten Sportartikelmarkt der Welt, den USA, wird deutlich kleiner werden, weil China diese Rolle übernehmen wird. Dort sind seiner Ansicht nach auch die zu erzielenden Gewinnmargen weitaus größer als im chronisch margenschwachen US-Geschäft. Die Kernaussagen zu Adidas teilen übrigens auch die meisten seiner 31 Kollegen, die laut dem Informationsdienst Bloomberg die Aktie beobachten: 23 von ihnen raten zum Kauf.

Auch bei den Geräte-Herstellern zeichnet sich mit Loewe eindeutig ein Favorit ab. Die Kursziele der Analysten für die Aktie, die gestern rund 12,70 Euro gekostet hat, reichen von 15,50 Euro bei Rudolf Dreyer von Goldman Sachs bis zu 22 Euro von Lars Dannenberg von der Berenberg Bank. Bestätigt haben diesen Trend die positiven Nachrichten von der Internationalen Funkausstellung in Berlin (IFA), der in der Branche eine hohe Bedeutung zukommt.

Immer mehr in den Fokus - gerade bei den Massensportarten - rücken die Sportrechte- und TV-Gesellschaften. Die Rechnung dabei ist einfach: Die Herstellungskosten von Übertragungen sind fix, während die Grenzkosten für die Verbreitung an zusätzliche Zuschauer gegen Null gehen. EM Sport Media heißt hier der Favorit der DZ Bank. Das Unternehmen, das noch vor kurzem unter dem Namen EM.TV firmierte und als Inbegriff für Geldvernichtung am längst untergegangenen Neuen Markt stand, hat inzwischen über verschiedene Beteiligungen Zugang zu den Rechten sportlicher Großereignisse. Dazu zählt beispielsweise die Fußball Champions League, die weitgehend der Tochter Highlight Communications gehört.

Die ist ebenfalls noch aus Zeiten des Neuen Marktes bekannt und erfreut sich seit kurzem wieder großer Beliebtheit bei Analysten. Alle sieben Experten, die die Aktie laut Bloomberg beobachten, raten zum Kauf. Die Kursziele für den Titel, der unter sieben Euro notiert, gehen bis zu elf Euro.

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