Konditionen
Banken: Gute Zinsen, schlechte Zinsen

Banken kassieren ihre Kunden ab. Das kritisieren Verbraucherschützer und Politiker. Einerseits hätten die Kreditinstitute die Zinsen für Tages- und Festgeld deutlich gesenkt. Auf der anderen Seite sind Kredite immer noch teuer. Warum das so ist und welche Banken die besten Konditionen bieten.

FRANKFURT. Die Banken spielen angeblich ein übles Spiel. Einerseits hätten die Kreditinstitute die Zinsen für kurzfristige Einlagen wie Tages- und Festgeld deutlich gesenkt, kritisieren Verbraucherschützer. Auf der anderen Seite zahlten diejenige, die sich Geld leihen wollen, weiterhin hohe Zinsen. Anders ausgedrückt: Für Guthaben gibt es weniger Geld, bei Schuldnern wird hingelangt.

"Es kann nicht sein, dass Zinssenkungen in Milliardenhöhe nicht an die Verbraucher weitergegeben werden", sagt Gerd Billen, Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen. Er sieht die Politik in der Pflicht zu handeln. Doch die hat das Thema längst entdeckt. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) forderte die Branche schon mehrfach auf, die Zinsen für Kredite zu senken. Bislang ohne Erfolg.

Fakt ist, dass sich Banken derzeit so günstig refinanzieren können wie seit Jahren nicht mehr. Die EZB hat ihren Leitzins seit vergangenem Herbst von 4,25 auf 1,0 Prozentpunkte gesenkt. Aber auch andere Quellen können die Institute inzwischen günstig anzapfen. Der Euribor, das ist der Zinssatz, zu dem sich Banken untereinander Geld leihen, ist im gleichen Zeitraum von über fünf Prozent auf 0,996 Prozent gesunken. Außerdem zahlen die Geldhäuser tatsächlich weniger Zinsen für Einlagen - und kommen dadurch günstiger an das Geld ihrer Sparer.

Seit vergangenem Oktober haben die Kreditinstitute die Konditionen für kurzfristige Anlagen auf Konten drastisch zurück gefahren. Die Zinssätze für Tagesgeld sind im Durchschnitt halbiert worden auf 1,6 Prozent, wie der Frankfurter Datenanbieter FMH errechnet hat. Beim Festgeld etwa für ein Jahr wurden die Zinsen sogar um knapp zwei Drittel auf 1,8 Prozent zurück genommen.

Richtig ist auch, dass die Zinsen für Schuldner der Banken nicht in gleichem Maße gesunken sind. Wer beispielsweise sein Girokonto überzieht oder einen Ratenkredit benötigt, zahlt nach Berechnungen von FMH fast genauso hohe Zinsen wie im vergangenen Herbst. Während Banken und Sparkassen damals durchschnittlich rund 12,5 Prozent für Dispozinsen verlangten, berechnen sie aktuell 11,7 Prozent. Im Vergleich mit europäischen Konkurrenten sind die deutschen Banken damit besonders teuer. Der durchschnittliche Zinssatz für Überziehungskredite in der Euro-Zone liegt nach EZB-Angaben aktuell bei 9,6 Prozent.

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