Konjunkturdaten geben Rückenwind
Strategen entdecken Deutschland

Investoren sollten in Europa vor allem auf deutsche Aktien setzen, rät Goldman Sachs & Co. Denn sie werden voraussichtlich am meisten vom weltweiten Wirtschaftswachstum profitieren.

HB Bloomberg LONDON. "Der deutsche Aktienmarkt ist der attraktivste in Europa", schreiben Peter Oppenheimer, Leiter paneuropäische Aktienstrategie, und andere Strategen der drittgrößten US-Investmentbank in einem Bericht vom Montag. Sie empfehlen jedoch keine bestimmten Aktien zum Kauf.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat seit Jahresbeginn 14 Prozent zugelegt, angeführt von Continental und Bayer, nachdem sich Marktteilnehmer optimistisch zeigten, dass die Unternehmensgewinne in Deutschland durch das weltweite Wirtschaftswachstum beflügelt werden. Der Dax hat auch die marktbreite europäische Benchmark Dow Jones Stoxx 600 Index hinter sich gelassen, für die es zwölf Prozent aufwärts ging.

Die Gewinne der Dax-Mitglieder werden im laufenden Jahr durchschnittlich 20,5 Prozent anziehen, verglichen mit 14,3 Prozent für die Unternehmen im Stoxx 600, zeigen Daten des Analyseunternehmens FactSet Research Systems. Industriekonzerne, inklusive Automobilherstellern, machen 47 Prozent des deutschen Aktienmarktes aus, das ist mehr als das Vierfache des europäischen Durchschnitts.

Auch die Deutsche Bank setzt auf deutsche Unternehmen. Bernd Meyer, Stratege beim größten deutschen Kreditinstitut, hob seine Jahresprognose für den Dax von 4 800 auf 5 000 Punkte an. Er verweist insbesondere auf das Gewinnwachstum und die Dividenden der Unternehmen. Zu seinen Top-Empfehlungen zählen die Deutsche Börse und die Münchener Rück. Meyer geht davon aus, dass der Leitindex auf Sicht von einem Jahr bis auf 5 200 Zähler klettern wird.

Die Deutsche Börse, Europas größter Börsenbetreiber, weist mit einem Kursgewinn von 57 Prozent die beste Performance in diesem Jahr auf. Für die Münchener Rück, die weltgrößte Rückversicherung, ging es 3,4 Prozent aufwärts.

Auch Konjunkturzahlen geben dem deutschen Aktienmarkt Rückenwind: Der vom Ifo-Institut aufgestellte Index für das Geschäftsklima in Europas größter Volkswirtschaft dürfte im laufenden Monat gestiegen sein, geht aus einer Bloomberg-Umfrage unter 41 Volkswirten hervor. Sie erwarten durchschnittlich einen Wert von 93,9, nach 93,3 im Juni. Die Zahlen werden heute morgen um 10 Uhr bekannt gegeben.

Außerdem hoben Ökonomen ihre Prognose für das Wachstum der USA im laufenden und im nächsten Quartal auf 3,5 Prozent beziehungsweise 3,4 Prozent an. Das sind jeweils 0,1 Prozentpunkte mehr als zuvor. In die weltgrößte Volkswirtschaft gehen etwa zehn Prozent der deutschen Exporte.

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