Konjunkturoptimismus wiegt offenbar stärker
Anleger kaufen Aktien trotz der Skandale

Betrügereien bei Fondsfirmen, Händlern und Maklern kann den Optimismus der Investoren offenbar nicht erschüttern.

NEW YORK. An den US-Finanzmärkten jagt derzeit ein Skandal den nächsten. Nachdem der New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer dubiose Geschäfte bei großen Investmentfonds aufgedeckt hatte, wurden in der vergangenen Woche 48 Devisenhändler verhaftet, die offenbar in betrügerische Handelsstrategien verwickelt sind. Dazu schwelt an der New Yorker Börse der Skandal um Maklerfirmen, die Investoren über Jahre hinweg um Millionen geprellt haben sollen. Und gestern dann wurde bekannt, dass Spitzer eine zivilrechtliche Klage gegen Invesco Funds Group einreichen will. Die amerikanische Tochtergesellschaft von Amvescap ist Europas größte börsennotierte Vermögensverwaltung. Sie soll Hedge-Funds gegen Sondergebühren ermöglicht haben, mit Anteilen ihrer Investmentfonds kurzfristig zu handeln.

Verständlich wäre es vor diesem Hintergrund, wenn den amerikanischen Finanzdienstleistern die Kunden in Scharen wegliefen. Doch was tun die US-Anleger? Sie kaufen Aktienfonds, als ob es kein Morgen gäbe. Die jüngste Statistik des US-Fondsverbands ICI zeigt, dass Investoren im Oktober sage und schreibe 25,52 Mrd. $ in Aktienfonds pumpten. Das waren die höchsten Zuflüsse in diesem Jahr.

„Die Zahlen zeigen, dass die Investoren ihr Geld keineswegs abziehen und daheim unter der Matratze verstecken“, erklärt Anlagestrategin Katie Pybus vom Fondshaus Henderson in einem aktuellen Marktkommentar. Zwar verloren einige skandalbetroffene Adressen wie Put-nam Einlagen, aber „dieses Geld tragen die Investoren zu einem Wettbewerber – und legen sogar noch einen Spargroschen obendrauf“, so Pybus.

Jüngste Schätzungen des Datendienstes AMG deuten sogar darauf hin, dass dieser Trend anhält. Allein in den fünf Börsentagen vom vorvergangenen bis zum vergangenen Mittwoch pumpten Anleger laut AMG weitere 3,5 Mrd. $ in US-Aktienfonds.

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