Konzerne mit einer vorbildlichen Corporate Governance erzielen häufig eine überdurchschnittliche Kursentwicklung
Transparente Führung zahlt sich aus

Unternehmen, die den Regeln einer aktionärsfreundlichen Organisationsstruktur (Corporate Governance) auf vorbildliche Weise entsprechen, verzeichnen eine überdurchschnittliche Kursentwicklung.

DÜSSELDORF. Die jährliche Tagung der Regierungskommission zum Thema Unternehmenskontrolle hat es wieder gezeigt: Noch tun sich viele deutsche Unternehmen schwer, sämtliche internationale Standards einer offenen und transparenten Unternehmensführung (Corporate Governance) zu erfüllen. Doch eine Reihe von Untersuchungen belegt: Unternehmen, die den Regeln einer aktionärsfreundlichen Organisationsstruktur auf vorbildliche Weise entsprechen, verzeichnen eine überdurchschnittliche Kursentwicklung.

„Der Zusammenhang ist ziemlich stark“, sagt etwa Corporate-Governance-Experte Paul Gompers von der Harvard Universität, der die bisher meistbeachtete Studie zum Thema vorgelegt hat. Auch das Governance Metrics Institute (GMI) in New York bestätigte in Untersuchungen den Zusammenhang. Als beste Unternehmen in Deutschland, was Aufsicht, Transparenz und Kontrolle betrifft, nennt Gavin Anderson von GMI den Siemens-Konzern, gefolgt von der Deutschen Bank und der Deutschen Börse. Schlusslichter bildeten RTL, die Deutsche Telekom und Degussa.

Corporate Governance wird in den Untersuchungen vor allem über die Interessen der Aktionäre definiert: eine gute Führung liegt danach vor, wenn das Management sich weitgehend nach den Interessen der Aktionäre richtet. Dazu gehören ein unabhängiges Aufsichtsgremium ebenso wie eine transparente Rechnungslegung. Auch ein breiter Streubesitz, Offenlegung der Managementgehälter und die Abwesenheit von Übernahmehürden (Poison Pills) gehören zu den Merkmalen einer guten Corporate Governance. Plausibelster Grund: Transparenz und Kontrolle wirken Verschwendung und überteuerten Akquisitionen entgegen und verbessern die Rendite, wie Paul Gompers herausfand.

Nach der jüngsten Untersuchung des GMI haben die zehn Konzerne mit der transparentesten Rechnungslegung im Zeitraum von fünf Jahren eine Rendite von 10,2 Prozent erzielt. Der Schnitt der untersuchten US-Konzerne lag bei 7,4 Prozent; die Unternehmen mit der schwächsten Rechnungslegung schafften nur 1,2 Prozent. Auch bei den übrigen Kriterien waren deutliche Unterschiede zu sehen. Lediglich in der kurzfristigen Kursentwicklung schnitten bei der im Frühjahr 2004 vorgelegten Studie die Konzerne mit unterdurchschnittlicher Unternehmensführung besser ab. Das könnte daran liegen, dass kleine Wachstumswerte, bei denen die Kontrollsysteme häufig noch nicht so ausgeprägt sind, während der letzten Rally überdurchschnittlich gut abgeschnitten haben.

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