Konzerne profitieren von hohen Energiekosten – Auch die Währungen demonstrieren Stärke
Ölwerte treiben Börsen Zentraleuropas

Im Gegensatz zu den meisten Börsen hat der polnische Aktienmarkt positiv auf den stark gestiegenen Ölpreis infolge der Verwüstungen durch den Wirbelsturm „Katrina“ reagiert. Seit der vergangenen Woche boomen die Kurse in Warschau.

WARSCHAU. Der Grund: Internationale Investoren kauften massiv Aktien polnischer Ölkonzerne wie PKN Orlen und Lotos. Nicht anders ist die Situation an den Börsen in Budapest und Prag, wo Energiewerte wie Mol und Unipetrol im Zentrum des ausländischen Interesses stehen. „Diese Börsen sind zu weiteren Rekorden fähig“, sagt Marek Swieton von ING Investment in Warschau.

Nach der Schließung großer Raffinerien im Süden der USA habe sich das internationale Interesse auf Kapazitäten in anderen Teilen der Welt gerichtet, sagt Swieton. Das gelte auch für Raffinerien von Energiekonzernen in Zentraleuropa. „Den Anlegern bleibt nicht verborgen, dass die Gewinnmargen solcher Gesellschaften jetzt explodieren.“ Als Benzinverteiler seien diese Konzerne auch noch nicht so stark von der Explosion der internationalen Ölpreise betroffen, da sie auf langfristige Lieferverträge zurückgreifen könnten. Staaten wie Polen, Ungarn und Tschechien beziehen einen beträchtlichen Teil ihres Rohöls aus Russland.

Aber auch lokale Faktoren fördern die gute Stimmung auf den Aktienmärkten der zentraleuropäischen Länder. Dazu zählt die Senkung der Leitzinsen durch die polnische Nationalbank am vergangenen Mittwoch, was die Investitionen großer Unternehmen des Landes fördert. Westliche Fonds kaufen mit Vorliebe auch Aktien wie die des tschechischen Stromverteilers CEZ, der solide Erträge für das erste Halbjahr 2005 vorweisen kann. An der Warschauer Börse wird sich das internationale Kaufinteresse in den nächsten Wochen vor allem auf den Börsengang des einheimischen Gasverteilers PGNIG konzentrieren.

Der Aufschwung an den Börsen sowie die große internationale Nachfrage nach staatliche Obligationen stärkt auch die Währungen der zentraleuropäischen Länder. So stieg der polnische Zloty gestern mit einem Kurs von 3,93 zum Euro auf den höchsten Stand seit März dieses Jahres. Analysten wie Arkadiusz Krzesniak von der Deutschen Bank und Maciej Reluga von der Bank Zachodni WBK halten eine weitere Stärkung der polnischen Währung für möglich.

Die tschechische Krone stand gestern mit einem Kurs von 29,05 zum Euro knapp vor einem Dreijahreshoch. „Der Erfolg des polnischen Zloty und die globalen Verluste des Dollars haben alle Währungen der Region nach vorne gebracht“, sagt Vladimir Pikora von der Volksbank.

Pikoras Kollegin Marketa Sichtarova verweist zudem auf die positive Entwicklung im tschechischen Außenhandel und die zunehmende Sanierung des Staatshaushalt, was ebenfalls zur Stärkung der Krone beigetragen habe. Beide erwarten weitere Kursverbesserungen in nächster Zeit. Auch der ungarische Forint befindet sich mit einem Kurs von 343,75 zum Euro auf dem höchsten Stand seit Mitte August.

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