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Klima beschäftigt Anleger

Der in immer verheerenderen Naturkatastrophen zu erkennende Klimawandel wird an den Finanzmärkten nicht nur als Risiko, sondern auch als Chance begriffen. Berechnungen des Umweltbundesamtes zeigten nach Angaben von Rosens, dass sich Klimaschutz für Unternehmen und Anleger auch wirtschaftlich lohne.

FRANKFURT. Der in immer verheerenderen Naturkatastrophen zu erkennende Klimawandel wird an den Finanzmärkten nicht nur als Risiko, sondern auch als Chance begriffen. „Ohne den Faktor Geld, dem Schmiermittel der Wirtschaft, sind die Probleme des Klimawandels jedoch nicht zu lösen“, sagte Rüdiger von Rosen, Vorstand des Deutschen Aktieninstituts, auf einer von Dow Jones veranstalteten Konferenz.

Berechnungen des Umweltbundesamtes zeigten nach Angaben von Rosens, dass sich Klimaschutz für Unternehmen und Anleger auch wirtschaftlich lohne. Der Klimawandel betreffe dabei alle Risikokategorien eines Unternehmens.

Immer mehr Unternehmen würden aber auch die andere Seite der Medaille erkennen – nämlich die Chancen des Klimawandels. So seien in jüngster Zeit neue Märkte für erneuerbare Energien und für das Risikomanagement (nämlich den Handel von CO2-Emissionsrechten) entstanden. Bis heute seien rund vier Mrd. Euro in Fonds und IPO von Unternehmen sowie in projektbasierte Zertifikate zur Erreichung der Ziele des Kyoto-Protokolls investiert worden, sagte Markus Hüwener von 3C Climate Change Consulting. Das Kyoto-Protokoll regelt völkerrechtlich verbindlich die Reduzierung des Ausstoßes von Kohlendioxid (CO2) und den darauf basierenden Handel von CO2-Emissionsrechten.

In der Geschichte der Erde sei die CO2-Konzentration noch niemals zuvor so hoch gewesen wie derzeit, sagt Mojib Latif vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften in Kiel. Er bestätigte jüngste Untersuchungen der Nasa, die vor kurzem vom wärmsten Jahr in der Geschichte der Erde seit 1 000 Jahren gesprochen hatte. Der Klimawandel sei auch darin zu erkennen, dass 2005 mit 27 Tropenstürmen einen Rekord gebracht hat. „Egal, was wir heute tun, wir werden bis zum Jahr 2100 einen Temperaturanstieg auf der Erde um bis zu fünf Grad Celsius erleben“, warnte Latif. Dann müsse mit extremen Niederschlägen, ausgeprägten Dürreperioden und Trinkwasser-Verknappungen gerechnet werden.

Selbst die im Klimaschutz bisher zurückhaltende US-Regierung habe erkannt, dass dem Raubbau bei der Ausbeutung und Verschmutzung des Planeten Erde Einhalt geboten werden müsse, hieß es. Eine der größten Herausforderungen für die Menschheit ist für Latif die Lösung der Energiefrage. „Für Europa gibt es langfristig nur einen Weg, nämlich die Förderung erneuerbarer Energien.“ Dabei sollte Deutschland Vorreiter sein.

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