Kreditkrise
In Manhattan liegen die Nerven blank

Nicht nur Hypothekenfinanzierer sind betroffen. Die Krise trifft auch Hedge-Fonds und sogar Investmentbanken. Auf eine Gewährträgerhaftung wie einige deutsche Institute können sie nicht hoffen.

So einen Schutz genießen die Banker in Midtown Manhatten nicht. Auch hier brennt es. Die Chefs der weit über 100 Hedge-Fonds-Gesellschaften sind nervös, berichtet der Assistent eines der Finanzjongleure, die mit geliehenem Geld ein großes Rad drehen. "Es wird schon mal laut", sagt er, "und bei einigen Kollegen sieht man den Schweiß auf der Stirn, wenn sie auf den Monitor schauen." Viele haben große Teile des eigenen Vermögens in ihre Fonds investiert. Die Nerven liegen blank – was als nächstes auch den Managern der Investmentbanken passieren dürfte.

Die haben Kreditrisiken vor allem verbrieft, verpackt und weiter gereicht an andere Investoren. Trotzdem stecken sie tief im Geschäft mit US-Hypotheken. Im Januar verkündete die Deutsche Bank, dass sie in den USA den Kauf des Immobilienfonds Mortgage IT für 430 Millionen Dollar komplettierte. Bear Stearns, die Bank, die mit der Pleite von zwei hauseigenen Hedge-Fonds die Zuspitzung der Subprime-Krise auslöste, hat einen Hypothekenfinanzierer im Haus. Bei Morgan Stanley ist es Saxon Capital, bei Merrill Lynch First Franklin.

Überwiegend haben die Hypothekenbank-Töchter der Investmentbanken Subprime und so genannte Alt-A-Hypotheken vergeben, das sind Darlehen an etwas bessere Schuldner als im Subprime-Bereich. Die schwachbrüstigen Schuldner sind die ersten, die bei steigenden Zinsen bei der Verlängerung ihres Kredits aus der Kurve fliegen. Für die Investmentbanken kommt das dicke Ende also erst noch: Im kommenden Jahr werden in Subprime und Alt-A knapp 300 Milliarden Dollar Hypotheken zur Umschuldung fällig, in diesem Jahr sind es erst knapp 200 Milliarden.

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