Krisenfestes Portfolio
Profis suchen jetzt Sicherheit

In den Depots vieler Anleger herrscht derzeit das große Umschichten. War dort nach langen Jahren der Zurückhaltung erstmals wieder ein Hauch von Wagemut und Experimentierfreude zu spüren, so ist davon kaum etwas geblieben. Jetzt werden die Portfolios krisenfest gemacht.

FRANKFURT. „Das zukünftige Verhalten der Investoren ist stärker von Vorsicht geprägt“, sagt Karsten Stroh, Leiter des Aktienteams bei JP Morgan Asset Management. Tatsächlich haben viele Anleger zu Beginn der US-Immobilienkrise im Juli noch abgewartet, weil sie ähnlich wie bei vergangenen Marktschwächen mit einem schnellen Ende gerechnet haben. Inzwischen positionieren sie sich jedoch deutlich konservativer. Verstärkt wurde dieser Trend in den letzten Tagen noch durch das erneute Anziehen der Volatilitäten. Indizes wie der VDax-New messen anhand von Optionskontrakten die mögliche Schwankungsbreite der nächsten 30 Tage.

„Die fehlende Klarheit zu den Zukunftsaussichten hat den Anlagehorizont verkürzt und das Risiko eines erneuten Kursverfalls erhöht, sobald weitere schlechte Nachrichten drohen“, sagt Peter Oppenheimer, Chef der Portfolio-Strategie bei Goldman Sachs in London. Grundsätzlich rät er bei Aktien derzeit zu Marktschwergewichten mit geringer Verschuldung und einer stabilen Wachstumsstrategie. Unter den 16 Namen, die europaweit diesen Kriterien entsprechen, ist mit MAN jedoch nur ein deutscher Wert genannt. Daneben enthält die aktuelle Goldman-Liste beispielsweise die Luxusartikel-Produzenten LVMH und Christian Dior oder die Zeitarbeitsfirma Adecco.

Überhaupt raten die überwiegende Anzahl der Anlageberater trotz der jüngsten Turbulenzen zu einem Übergewicht bei Aktien und einem Untergewicht bei Anleihen, so auch die britische Anlagegesellschaft F&C Investments bei ihren gemischten Mandaten. F&C-Anlagestratege Jason Hollands rät seinen Kunden derzeit weiterhin zu Aktien aus Kontinentaleuropa, Japan, den USA und den Emerging Markets. Die Finger sollten Anleger jedoch vom Raum Asien/Pazifik lassen, so Hollands.

Speziell für das europäische Festland erwartet er, dass sich hier die Konjunkturdaten weiter als treibende Kraft für das gute Gewinnwachstum der Unternehmen erweisen. Auf Branchenseite rät er zu Einzelhändlern, Technologie-Unternehmen und Gas- und Wasserversorgern. Auf der Gegenseite sollten Anleger von Banken, Energieversorgern und Herstellern von Industriemetallen die Finger lassen. Deren Bewertungen sind inzwischen zu weit fortgeschritten.

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