Krisenjahr 2015 Chinas Wachstumsstory geht weiter

China war der Garant für Wachstum. Aber dann kam das Jahr 2015 mit Börsencrash, Währungsabwertung und der Explosion in Tianjin. Droht China der Kollaps? Nein, die Volksrepublik wächst weiter.
Chinas Wirtschaft wird weiter wachsen - allein der Markt für Nagelpflege ist in China größer als die gesamte Wirtschaftsleistung von Vietnam. Quelle: dpa
Chinesische Privatanlegerin

Chinas Wirtschaft wird weiter wachsen - allein der Markt für Nagelpflege ist in China größer als die gesamte Wirtschaftsleistung von Vietnam.

(Foto: dpa)

PekingGeschichten über China waren in den vergangenen Jahrzehnten Geschichten vom rasanten Wachstum. Es waren Berichte über den Aufstieg eines Entwicklungslandes zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Aber 2015 war anders.

Der Börsencrash sendete Schockwellen an die internationalen Finanzmärkte, die Abwertung der Währung verunsicherte Anleger und die Explosion in der Hafenstadt Tianjin offenbarte ein systematisches Versagen der Aufsichtsbehörden. Ist Chinas Wachstumsgeschichte vorbei?

Nein! China wächst weiter. Untergangspropheten übertreiben. Die Transformation der Wirtschaft weg vom Export und von massiven Investitionen zu mehr Binnenkonsum und Innovation ist der richtige Weg.

Was aus 100.000 Euro wurde
Öl (Brent)
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Der Ölpreis hat dieses Jahr ziemlich Federn lassen müssen. Wer seit Jahresbeginn 100.000 Euro in das „schwärze Gold“ investiert hat, hätte jetzt nur noch 80.010* Euro. Die hohe Überproduktion, auch ausgelöst durch das Fracking in den USA, und Sorgen um eine schwächere Weltkonjunktur ließen den Ölpreis einbrechen.

Quellen: Bloomberg, Bank of America Merrill Lynch, FMH Finanzberatung

*Anlageergebnis in Euro gerundet ohne Steuern und ohne Kosten für Wertpapierkauf und Wertpapierverwahrung. Bei Öl Terminkontrakt,  bei Anleihen und Aktien Indizes.

Dow Jones
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US-Aktien boten dieses Jahr bisher ebenfalls wenig Grund zur Freude. Wer zum Jahresstart 100.000 Euro in den Dow Jones Index gesteckt hätte, würde (wenn er jetzt verkaufen würde) nur noch 92.680 Euro besitzen. Der große Absturz kam vor allem Ende August. Im Vorjahr hatte der Index um rund acht Prozent zugelegt.

Shanghai Composite
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Ebenfalls bergab, wenn auch nicht ganz so stark, ging es für chinesische Aktien. Aus 100.000 Euro, die in den Shanghai Composite investiert wären, wären heute 93.600 Euro geworden. Für Turbulenzen an den chinesischen Börsen sorgten vor allem Konjunkturängste. Anleger befürchten, dass sich die chinesische Wirtschaft deutlich abkühlen könnte. Die Abwertung der chinesischen Währung verstärkte diese Sorgen und sorgte für einen Kursrutsch.

MSCI Emerging Markets
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Die einstigen Hoffnungsträger, die Schwellenländer, enttäuschten bisher auch. Die traumhaften Wachstumsraten sind schon lange vorbei und Investoren zogen ihr Geld aus den Schwellenländern ab. Aus 100.000 Euro im MSCI Emerging Markets wären seit Jahresbeginn 96.980 Euro geworden. Bekannteste Vertreter der Schwellenländer sind die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika). An der Börse Börse in Bombay (Bild) ging es Ende August auch kräftig abwärts.

MSCI World
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Die Aktien der Industrieländer schnitten nur etwas besser ab – ein Plus schafften allerdings auch sie nicht. Wer 100.000 Euro in den MSCI World Index investiert hätte, hätte heute 98.130 Euro.

Deutsche Anleihen
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Fast unverändert ist die Entwicklung bei deutschen Staatsanleihen. Aus 100.000 Euro wurden hier 99.900 Euro. Während Anfang des Jahres die Zinsen 10-jähriger Bundesanleihen deutlich sanken, zogen sie im August rapide an. Vor allem die Unsicherheiten in China und die Turbulenzen an der Börse trieben die Anleger wieder in Anleihen.

Tagesgeld
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Das erste Plus in dieser Aufzählung, wenn auch nur ein kleines, schafft das Tagesgeld (Durchschnitt). Wer 100.000 Euro zum Jahresbeginn auf ein Tagesgeldkonto eingezahlt hätte, der würde heute über 100.400 Euro verfügen.

Die Unternehmensberatung McKinsey hat ausgerechnet, dass allein der Markt für Nagelpflege in China größer ist, als die Wirtschaftsleistung von Vietnam. Die Vorlieben und Geschmäcker von Chinas Verbrauchern werden in Zukunft noch stärker die internationale Wirtschaft beeinflussen.

Aber das Turbowachstum ist vorbei. Soviel ist jetzt schon klar. Und daraus macht auch die chinesische Führung um Staats- und Parteichef Xi Jinping keinen Hehl. Die Wirtschaft verliert an Fahrt, auch wenn Regierung und Notenbank mit Konjunkturprogrammen und Zinssenkungen gegensteuern.

Für dieses Jahr hat Ministerpräsident ein Ziel von „etwa sieben Prozent“ ausgegeben. Ökonomen erwarten ein Jahreswachstum von 6,9 Prozent. Das wäre der geringste Zuwachs seit einem Vierteljahrhundert. Das klingt dramatisch.

Weitere Krisen in China wahrscheinlich
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