Krisensichere Anlage
Rückkehr der Tech-Werte

Einst verschmäht, jetzt gefeiert: In der Krise stehen Technologie-Aktien überraschend gut da. Der TecDax legt derzeit erstaunlich gut zu. Doch ob sich ein Investment lohnt, hängt stark davon ab, in welchen Teilbereich die Anleger investieren. Wer jetzt einsteigt, könnte schon früh von einem möglichen Aufschwung profitieren.

FRANKFURT. Siemens, Loewe, Software AG, Phoenix Solar: Die Liste der Unternehmen, die trotz Finanzkrise mit positiven Zahlen und einem oftmals noch positiveren Ausblick überraschten, war lang. So unterschiedlich die einzelnen Firmen in Größe und Ausrichtung auch sind, in einem ähneln sie sich: Sie stehen allesamt für Hochtechnologie und haben damit allen konjunkturellen Widrigkeiten zum Trotz nach wie vor Erfolg.

"Wir sehen zwar noch immer keinen Grund, unsere defensive Grundhaltung aufzugeben, aber ein Umschwenken hin zu zyklischeren Aktien ist nur eine Frage der Zeit", sagt Lars Kreckel von BNP Paribas und gibt damit schon einmal ein erstes Anzeichen, dass es sich bei den gestrigen Kursgewinnen nicht nur um eine Eintagsfliege gehandelt haben könnte.

Die Situation bei den Technologiewerten ist komplexer als in vielen anderen Branchen. Erstens sind die einzelnen Teilbereiche - siehe oben - kaum miteinander vergleichbar. Zweitens sind diese Unternehmen in Krisenzeiten stets nach vielen Seiten anfällig. So könnte der private Konsum als im Moment noch treibende Kraft schon bald nachlassen, dazu sind die Bewertungen weiterhin im Vergleich zu etlichen anderen Branchen hoch und die Dividenden traditionell mager. Doch drittens hilft der Branche, dass ihr Image am Aktienmarkt weitaus besser und solider ist, als es noch vor Jahren war. Das schützt gerade in der jetzigen Zeit vor massiven Kursverlusten, zumal die Branche anders als im Jahr 2000 nicht als der direkte Verursacher der Krise gilt.

Interessant macht den Technologiesektor in all seinen unterschiedlichen Ausprägungen auch, dass viele Aktienstrategen ab der zweiten Jahreshälfte mit einer leichten Verbesserung der wirtschaftlichen Lage rechnen. Da die Börsen solche Entwicklungen in der Regel vier bis sechs Monate - hier und da ist auch von neun Monaten die Rede - vorwegnehmen, wollen sie Strategien parat haben, sollte sich tatsächlich ein dauerhaftes Aufklaren abzeichnen.

Gerade den Software-Bereich bezeichnet BNP-Analyst Lars Kreckel als zyklische Branche, die bereits profitiert, bevor der allgemeine Aufschwung beginnt. Beispiel dafür war gestern die Darmstädter Software AG, die Quartalszahlen weit über den Erwartungen präsentierte. Geht es nach Marco Zeidler vom Bankhaus Sal. Oppenheim, dann kann die Gewinn-Marge vor Zinsen und Steuern (Ebit) in diesem Jahr sogar noch einmal über die außergewöhnlich hohen 24 Prozent von 2008 steigen.

Die wichtigste Nachricht für Börsianer war indes, dass es daneben noch eine Reihe weiterer Nachrichten gab, die dafür sorgten, dass der lange Zeit unbeachtete Sektor wieder ins Blickfeld rückte. So legte beispielsweise der TV-Geräte-Hersteller Loewe gestern das beste Ergebnis seiner 86-jährigen Firmengeschichte vor. Und der Solaranlagen-Projektierer Phoenix solar wagte gar eine detaillierte Prognose bis ins Jahr 2013, in der sich der Umsatz gegenüber dem laufenden Jahr verdreifachen soll. Das Kuriose dabei: Phoenix Solar ging mit seiner Prognose an die Öffentlichkeit, obwohl die Zahlen für 2008 noch nicht vorliegen. "Das spricht für große Zuversicht", kommentierte eine Analystin.

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