Kurssturz in Asien
Festnahmen versetzen Chinas Börsen in Aufruhr

Ermittlungen, Festnahmen und ein Rechenfehler in Höhe von einer Billion Yuan: Anleger in China sind verunsichert. Zum Wochenende geht es an den Börsen steil bergab.

PekingIm Juli hatte ein Börsencrash in China die Welt verunsichert und auch den Dax heftig in Mitleidenschaft gezogen – mit einem ganzen Bündel an milliardenschweren Stützungsprogrammen hatte die chinesische Regierung dagegen gehalten. Die Märkte stabilisierten sich, doch die Aufräumarbeiten sind noch lange nicht beendet. Sie haben am Freitag einen neuen Höhepunkt erreicht, der Aktienkurse weltweit unter Druck setzt.

Der größte chinesische Broker des Landes, Citic Securities, steht im Zentrum von Ermittlungen der Börsenaufsicht CSRC. Aber auch gegen dessen Rivalen Guosen Securities wird ermittelt. Selbst Finanzjournalisten wurden festgenommen sowie ein ranghoher Mitarbeiter der Börsenaufsicht. Die Ermittlungen sollen die Aktienmärkte langfristig sicherer machen. Aber – zumindest kurzfristig – schicken sie die Kurse nach unten.

Der Shanghai Composite Index beendete den Handel um 5,48 Prozent im Minus bei 3436,3 Punkten. Der Component Index in Shenzhen büßte sogar 6,31 Prozent auf 11961,7 Punkte ein. Zu den größten Verlieren des Tages gehörten die Aktien der Broker Citic Securities und Guosen Securities, deren Papiere um jeweils zehn Prozent nachgaben - der maximal mögliche Tagesverlust, bevor die Unternehmen vom Handel ausgesetzt werden. Auch der deutsche Leitindex bleibt nicht unbeeindruckt.

Am Tag zuvor hatte die Börsenaufsicht CSRC Ermittlungsverfahren gegen Citic Securities und Guosen Securities angekündigt. Citic hatte kurz zuvor eine gewaltige Panne eingeräumt: Das Unternehmen hatte sich im Derivategeschäft verrechnet - und Produkte im Volumen von rund einer Billion Yuan (147 Milliarden Euro) mehr gehandelt als angegeben.

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