Kursverfall der Finanztitel als Chance zum Einstieg
Bankaktien locken Spekulanten an

Der jüngste Preisverfall bei Bank- und Finanztiteln weltweit bietet nach Ansicht von Analysten inzwischen schon wieder günstige Einstiegsgelegenheiten für spekulative Anleger.

TOKIO/FRANKFURT. „Die Unsicherheit über die Auswirkungen durch die verschiedenen Finanzvehikel dürfte den Ausblick für den europäischen Bankensektor zwar weiter eintrüben, dennoch ist das Risiko einer grundsätzlichen Systemkrise gering“, sagt Dirk Schumacher von Goldman Sachs. Gleiches gilt für Japan, wo Finanzwerte gestern stark eingebrochen sind, Analysten und Fondsmanager nun aber ebenfalls zu Gelassenheit raten. Der Nikkei-Index und der breiter gefächerte Topix sanken jeweils um zwei Prozent. Allein die drei größten Bankhäuser Mitsubishi-UFJ, Mizuho Financial und Sumitomo Financial verloren am Dienstag in der Summe fast 9,5 Mrd. Euro an Börsenwert.

Auslöser war, dass die Konsumkreditbank Credia in Tokio Gläubigerschutz anmelden musste. „Credias Bankrotterklärung weckt die Furcht, dass noch mehr ähnlich gelagerte Fälle auftauchen werden“, beschreibt Masayuki Kuboto von Daiwa SB Investments die Marktstimmung in Tokio. „Normalerweise hätte eine solche News über Credia kein so großes Loch in die Aktien des gesamten Bankensektors gerissen, aber in Kombination mit schlechten Nachrichten aus dem Ausland entsteht eine Fluchtstimmung aus Finanztiteln“, urteilt Yumi Nishimura, Wertpapierstrategin bei Daiwa Securities.

Dennoch besteht ihrer Ansicht nach kein Grund zu Übertreibungen: „Der Markt ist generell nicht in einer so schlechten Verfassung, wie es jetzt scheint“, sagt sie. Neu ist für viele Börsianer lediglich die Erkenntnis, dass der amerikanische Hypotheken-Tornado nun doch nicht beinahe spurlos am fernöstlichen Industriereich vorüberrauschen wird.

Wesentlicher Grund, dass Japans Finanzsektor als Konsequenz nicht allzu großen Schaden nehmen wird, ist nach Ansicht vieler Experten dessen geringes Engagement in niedrig besicherten ausländischen Wertpapieren. So weisen die acht wichtigsten Banken und die drei führenden Brokerhäuser nach eigenen Angaben in ihren Portfolios umgerechnet weniger als fünf Mrd. Euro an Wertpapieren wie Asset Backed Securities im Ausland auf. Darunter sollen sich nur verschwindend geringe Summen in zweitklassigen US-Hypotheken befinden. Mögliche Abschreibungen werden auf maximal 200 Mill. Euro geschätzt.

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