Kursverluste übertrieben
Analysten mögen Starbucks

Schlechte Stimmung bei den Starbucks-Anlegern: In einer internen E-Mail, die versehentlich an die Öffentlichkeit gelangte, hatte sich Präsident Howard Schultz vor einigen Wochen bitter beim Management beschwert. Gleichzeitig expandiert die US-Kaffeekette rasant und der Glanz der Marke überstrahlt die interne Kritik.

STUTTGART. Verwässert sei die Marke durch die brutale Expansionspolitik, die Cafes hätten nicht mehr „die gleiche Seele wie früher, das warme Gefühl des kleinen Ladens an der Ecke“, schreibt Schultz. Die Börse reagierte nervös auf die Kritik des Bosses; die Aktie rutschte ab und liegt inzwischen fast 25 Prozent unter dem Jahreshoch von Mitte November.

Die meisten Analysten halten die Kursverluste jedoch für übertrieben. Sie erwarten nicht, dass Starbucks tatsächlich von seinem Ziel abrücken will, auch in diesem Jahr wieder einige tausend neue Filialen zu eröffnen und langfristig mit 40 000 Läden weltweit vertreten zu sein. Schultzes E-Mail sei „kein Vorbote für langsameres Wachstum bei Starbucks“, sagt Glen Petraglia von Citigroup. „Man sollte das eher als eine interne Warnung an die Chefetage verstehen: Wir müssen uns anstrengen, mit unserer Marke auch weiterhin als einer der besten Kaffeeläden bei den Kunden ganz vorn im Gedächtnis zu bleiben.“

Denn die Konkurrenz hat ein paar Gänge hochgeschaltet. Vor allem die Fastfoodketten McDonald’s und Dunkin’ Donuts wollen ein Stück vom Premiumkaffee-Geschäft ergattern, auf dem Starbucks in den vergangenen 15 Jahren Pionierarbeit geleistet hat. Dunkin’ setzte 2006 zwar erst 235 Mill. Dollar mit Espressogetränken um, lag aber bei Umfragen bei der Kundenbindung auf Platz eins, noch vor Starbucks mit seinen fünf Mrd. Dollar Getränke-Einnahmen. McDonald’s rüstet unterdessen einen Teil seiner Filialen mit so genannten McCafes aus, in denen die Kunden ihre Cappuccino und Gebäckteilchen auf gemütlichen Sofas verzehren können.

Trotzdem wird es noch einige Zeit dauern, bis Starbucks ernsthafte Schäden durch die Billig-Konkurrenz erleiden könnte, meint Darren Tristano vom Einzelhandelsberater Technomic. „Starbucks ist wie Google – eine der Marken mit dem größten Wiedererkennungswert der Welt“, sagte er der Nachrichtenagentur AP.

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