Landesbank holt Branchengröße von Witzleben ins Boot
Fonds setzen auf große Namen

Im Kampf gegen sinkendes Anlegerinteresse setzen Fondsgesellschaften zunehmend auf prominente Berater, um das Geschäft wieder in Schwung zu bringen. So bringt jetzt LRI Invest, Tochter der Landesbank Rheinland-Pfalz, einen Publikumsfonds gemeinsam mit dem renommierten Vermögensverwalter Albrecht von Witzleben auf den Markt.

HB DÜSSELDORF. Mit dem Fonds „Deutsche Aktien Total Return“ wendet sich von Witzleben, der sich mit der Betreuung millionenschwerer Privatvermögen einen Namen gemacht hat, gezielt an Kleinanleger. Er verspricht eine Jahresrendite von acht bis zehn Prozent auf Sicht von drei Jahren, die er vor allem mit Investments in deutsche Nebenwerte erzielen will.

Für Juli erwartet von Witzleben die Deutschland-Zulassung seines in Luxemburg aufgelegten Mischfonds, den Banken bisher nur über eine Privatplatzierung an ausgewählte Investoren verkaufen dürfen. Bereits in den kommenden Jahren will er mit Hilfe von Banken und Finanzvermittlern einen dreistelligen Millionenbetrag einsammeln. Damit würde sein Fonds zu den Schwergewichten der Branche aufsteigen. Zugkraft versprechen sich die Initiatoren vom prominenten Berater. Albrecht von Witzleben, der nach eigenen Angaben bisher Vermögen im dreistelligen Millionenbereich verwaltet, hat unter anderem mehrmals Spitzenplätze im Vermögensverwalter-Ranking des Finanzdienstleisters Firstfive belegt. 2003 erzielte er rund 60 Prozent Rendite.

Dabei hat von Witzleben Gespür für Investments in kleinere Aktien bewiesen. Auch im neuen Publikumsfonds setzt der Vermögensverwalter daher auf deutsche Nebenwerte, vor allem aus dem MDax. Obwohl Analysten nach den kräftigen Kursgewinnen der vergangenen Jahre verstärkt vor Risiken bei Nebenwerten warnen, gebe es in der zweiten Reihe nach wie vor viele Titel mit einstelligen Kurs-Gewinn-Verhältnissen, sagt von Witzleben. Für attraktiv hält er zum Beispiel einzelne Werte aus dem Automobil- und Finanzsektor oder auch den Sportartikelhersteller Puma. Mindestens 50 Prozent des Fondskapitals werde er zunächst in Aktien investieren, der Rest in Anleihen und Bargeld. Anders als bei vielen Fonds, die sich an einem Index als Benchmark orientieren, wolle man in jeder Marktlage eine positive Rendite erwirtschaften. „Wenn nötig, können wir den Aktienanteil stark reduzieren“.

Stärker als die meisten Fondsmanager wollen von Witzleben und sein Partner Christian Krahe vor jedem Investment Geschäftsmodell, Führung und Fundamentaldaten persönlich unter die Lupe nehmen, unter anderem in Gesprächen mit dem Management. Anleger müssen dabei großes Vertrauen in das Urteilsvermögen der Fondsberater haben, da diese sich auf wenige Werte beschränken und vielversprechende Einzeltitel hoch gewichten wollen, wie Krahe sagt. Der ehemalige Aktienhändler der Bayerischen Vereinsbank ist Initiator des Projekts und tritt gemeinsam mit von Witzleben als Fondsberater auf. Da die Berater als unabhängige Unternehmer agieren, sei ihr persönliches Risiko höher als bei angestellten Fondsmanagern, betont Krahe. Das steigere den Erfolgsdruck.

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