Lange Zeit trotzte der MDax der Börsenflaute – Doch immer mehr Aktien verbuchen starke Kursverluste
Nebenwerte bleiben für Anleger riskant

Die Rally der Nebenwerte scheint kein Ende zu nehmen. Da viele Werte mittlerweile aber nicht mehr günstig sind, raten Experten, vermehrt auf Einzeltitel zu setzen. Doch diese Strategie birgt gerade bei Nebenwerten ein enormes Risiko.

DÜSSELDORF. Nicht nur im vergangenen, sondern auch in diesem Jahr hat der MDax mit einem Plus von gut 10 Prozent die Standardwerte im Dax deutlich geschlagen. Da viele Werte mittlerweile aber nicht mehr günstig sind, raten Experten, vermehrt auf Einzeltitel zu setzen. Doch diese Strategie birgt gerade bei Nebenwerten ein enormes Risiko.

Warum der MDax in den vergangenen Monaten im Vergleich zu vielen anderen Indizes weiter zulegen konnte, ist leicht zu begründen. Lange Zeit profitierten die Nebenwerte von der Neuzusammensetzung des MDax im März 2003. Damals wurde die Zahl der Aktien von 70 auf 50 reduziert und zugleich ausländische Konzerne wie EADS und einige erfolgreiche Überbleibsel aus dem ehemaligen Neuen Markt mit aufgenommen. „Insgesamt wurde der Index kräftig aufgewertet“, sagt Uwe Streich, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg. Zudem zeigten sich zahlreiche Nebenwerte gegenüber dem hohen Ölpreis immun. Denn oftmals sind die Unternehmen in klar abgrenzten Nischen tätig, in denen der Ölpreis nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Doch mit den Kursen stieg auch die Bewertung vieler Papiere kräftig an. So werden beispielsweise die Aktien der Hypo Real Estate und der Optikerkette Fielmann, die in den vergangenen zwölf Monaten ein Plus von über 50 Prozent verzeichneten, zurzeit mit einem Kurs- Gewinn-Verhältnis von über 20 gehandelt.

„Spätestens jetzt sollten Anleger daher vorsichtig sein“, rät Joachim Paul Schäfer, Partner bei der PSM Vermögensverwaltung Langen v .d. Goltz in München. „Momentan sehe ich im gesamten Index kaum einen Wert mit Potenzial.“ PSM habe selbst erst kürzlich die letzten Salzgitter-Papiere verkauft und Gewinne mitgenommen.

Doch längst nicht alle Experten teilen den Pessismismus. Im MDax würden noch immer viele Perlen schlummern, sagt beispielsweise Peter Worel, Anlageexperte der Bayerischen Landesbank, die erst kürzlich von dem US-Analysehaus Starmine zu einem der besten MDax-Researchhäusern gewählt wurde. Auch die meisten anderen Analysten teilen diese Meinung und verweisen auf solide Bilanzen, kontinuierliches Gewinnwachstum und hohe Dividenden.

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