Langsameres Wachstum und hohe Kassenbestände sorgen vor allem bei Konsum- und Telekomaktien für Phantasie
Wall Street spekuliert auf neue Fusionen

Langsameres Wachstum und hohe Kassenbestände sorgen vor allem bei Konsum- und Telekomaktien für Phantasie.

DÜSSELDORF. Unter den US-Telekommunikationsfirmen Qwest und MCI bahnt sich eine Fusion an, die Telefongesellschaft SBC übernimmt AT&T, der Lebensversicherer Met-life will von der Citigroup die Versicherungssparte Travelers kaufen: Rasanter als mancher Investmentbanker geglaubt hat, ist die Fusionswelle vor allem in den USA wieder ins Rollen gekommen. Für Anleger bedeutet das die Chance auf rasche Kursgewinne, wenn sie auf die richtigen Übernahmekandidaten setzen. Vor allem in der Telekombranche, im Konsumgüterbereich, in der Gesundheitsvorsorge und bei den Versorgern sehen Analysten noch Potenzial.

Doch zugleich warnen sie zu Vorsicht: Bei den Megafusionen ist das Risiko besonders groß, dass sie den Käufern mehr schaden als nutzen. "Nach Jahren eiserner Disziplin werden die Konzerne bei ihren Käufen schon wieder leichtsinnig", sagt Marktstratege Vadim Zlotnikov vom Investmenthaus Sanford C. Bernstein.

Vor allem in Branchen, deren Wachstum sich deutlich verlangsamt hat, macht Zlotinkov weitere Übernahmeziele aus. So in der Kosmetik- und Waschmittelindustrie: Nach der mit 55 Mrd. Dollar bewerteten Übernahme von Gillette durch Procter & Gamble hat die Wall Street längst neue Kandidaten ins Spiel gebracht. Der Kosmetikhersteller Colgate hat seit Bekanntwerden des Deals knapp zehn Prozent zugelegt, auch Avon Products haben gewonnen. Unter den Nebenwerten betrachtet Wertpapieranalyst Joseph Norton von Banc of America vor allem den Hersteller von Haarpflegeprodukten Alberto-Culver als attraktiven Übernahmekandidaten. "Die Konkurrenz muss jetzt auch größer werden. Alberto hat ein besonderes Geschäftsmodell und gute Wachstumsraten", sagt er.

Doch es könnte noch eine Weile dauern, bis feststeht, wer als Nächstes gekauft wird: "Der Markt muss erst herausfinden, wer zu wem am besten passt", meint Norton. Negative Effekte des Deals spüren große Marktketten wie Wal-Mart. Der Kurs geriet unter Druck, weil Lieferant Procter eine stärkere Position bei den Preisverhandlungen gewinnt.

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