Leasingprogramm
Tesla bekommt 300 Millionen von der Deutschen Bank

Zur Finanzierung seines Leasingprogramms bekommt Tesla einen Kredit von bis zu 300 Millionen Dollar von der Deutschen Bank. Um eine Kapitalerhöhung dürfte der E-Auto-Pionier dennoch nicht herumkommen.

San FranciscoTesla bekommt bis zu 300 Millionen Dollar Kredit von der Deutschen Bank. Damit will der Elektroautohersteller einen Teil seines Leasingprogramms finanzieren, wie das Unternehmen am Mittwoch verkündete. In einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC heißt es, das zusätzliche Geld werde die eigenen Cash-Anforderungen für das Leasing-Programm „signifikant reduzieren“.

Ende August hatte das Unternehmen bereits bekannt gegeben, dass es im Laufe des Jahres neues Kapital auftreiben will. Damit soll die Entwicklung und Produktion des neuen Modells 3 und der Bau einer Batteriefabrik finanziert werden. Dies solle entweder über eine Kapitalerhöhung oder die Aufnahme von Schulden geschehen, hieß es damals in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht.

Tesla-Chef Elon Musk sagte zuletzt, dass sein Unternehmen 2017 womöglich „eine kleine Kapitalerhöhung“ benötige. Tesla hat gut ein Dutzend Quartale in Folge operativ Verlust geschrieben. Die Haupteinnahmequelle des Elektroauto-Pioniers ist nach Konzernangaben der Umsatz aus dem Verkauf von Autos. Der Absatz lag im ersten Halbjahr jedoch unter den eigenen Planungen, mehr als 600 Millionen Dollar Verluste standen unter dem Strich.

Ebenfalls Ende August hatte Tesla bekannt gegeben, dass Fahrzeuge der Limousine Model S mit größeren Batterien ausgestattet werden sollen. Mit den 100-kWh-Batterien soll auch die Reichweite beim Model S auf 613 Kilometer und auf 542 Kilometer beim SUV Model X steigen. Der Preis soll bei 135.000 Dollar starten.

Die Verfügbarkeit sei derzeit aber eingeschränkt, weil die Produktion der größeren Batterie-Packs komplexer sei, sagte Musk. Mit dem eingenommenen Geld für die Top-Versionen solle auch die Entwicklung des für kommendes Jahr angekündigten günstigeren Model 3 finanziert werden, bei dem Tesla den Preis auf rund 35.000 Dollar drücken will, betonte er. Das Unternehmen hatte rund 400.000 Bestellungen für Model 3 bekommen, jetzt soll die Produktion schon bis 2018 von zuletzt gut 50.000 auf 500.000 Fahrzeuge pro Jahr hochgeschraubt werden, zwei Jahre früher als ursprünglich anvisiert.

Die 100-kWh-Batterien seien die größten, die Tesla aktuell produzieren könne, hieß es. Sie bestünden zwar aus den gleichen kleinen einzelnen Zellen, wie vorherige Batterie-Versionen - erforderten aber eine neue Architektur. Für zukünftige Fahrzeuge würden neue Batterien gemeinsam mit Panasonic entwickelt.

Musk hielt sich an das Thema der größeren Batterie-Packs und wollte sich nicht zum Fahrassistenzsystem „Autopilot“ äußern, das nach einem tödlichen Crash und einigen weiteren Unfällen in die Kritik geraten war. Er wiederholte lediglich, dass die anstehende nächste Software-Version Verbesserungen enthalten werde. Das „Autopilot“-System wird derzeit von US-Regulierungsbehörden geprüft.

Julian Trauthig
Julian Trauthig
Handelsblatt / Deskchef Finanzen
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