Liquidität treibt Börsen
Die wundersame Geldvermehrung der EZB

Zur optimistischen Stimmung der Investoren haben auch die Liquiditätshilfen der Europäischen Zentralbank beigetragen. Allerdings hat sich die EZB auch neue Risiken aufgebührt.
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FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) hat nicht unerheblich zum neuen Hochgefühl an den Märkten beigetragen. Der Wendepunkt kam spätestens am 21. Dezember, als die EZB die beispiellose Summe von knapp einer halben Billion Euro für drei Jahre in den Bankensektor pumpte. Ende Februar legte die EZB noch einmal mehr als 500 Millionen Euro nach. Hunderte Institute beteiligten sich an dem Geschäft, das gleich in mehrfacher Hinsicht ein lukratives ist:

Zum einen müssen die Banken für den Dreijahreskredit derzeit nur einen Zins von einem Prozent bezahlen – und damit deutlich weniger, als sie am Kapitalmarkt zahlen müssten. Zum anderen sind hohe Gewinne fast garantiert, wenn die Banken das billige EZB-Geld in höher verzinste Staatsanleihen beispielsweise aus Italien oder Spanien investieren – ein Effekt, den auch die EZB im Auge hatte. Und schließlich hatte die unkonventionelle Maßnahme der Frankfurter Währungshüter einen nicht zu unterschätzenden psychologischen Effekt: Die Stimmung am Markt drehte. „Das Dreijahresgeschäft hat zu der Einsicht geführt, dass die Staatsfinanzierungsprobleme gelöst werden können, dass schwache Banken wieder Tritt fassen und eine Kreditklemme verhindert werden kann“, sagt Carsten Brzeski, Ökonom bei der ING Bank in Brüssel. Das habe für einen enormen Vertrauensschub gesorgt.

Die Renditen zweijähriger italienischer und spanischer Staatsanleihen etwa setzten schon bei der Ankündigung des ersten Dreijahrestenders zum Sinkflug an und haben sich seither in etwa halbiert.

Europäische Banken haben sich seit Dezember deutlich erholt. Die Bankenwerte im Stoxx Europe 600 legten seit der Geldflut um über 20 Prozent zu. „Die Liquidität treibt auch die Aktienmärkte“, meint Michael Kopmann, Analyst bei der DZ Bank. Hauptgrund dafür sei der „gefühlte Rückgang des Risikos“. So müssten sich die Banken weniger Sorgen um ihre eigene Refinanzierung machen.

Neben dem Angebot billigen Zentralbankgeldes senkte die EZB vorübergehend auch die Anforderung für die Mindestreserven der Geschäftsbanken von zwei auf ein Prozent. Nach Einschätzung von EZB-Chefvolkswirt Peter Praet wird allein diese Maßnahme zusätzliche Liquiditätsreserven von 100 Milliarden Euro freisetzen. Und nicht zuletzt wurden die Anforderungen an die bei EZB-Refinanzierungen zu hinterlegenden Sicherheiten weiter gelockert.

All diese Maßnahmen sorgen für Zuversicht an den Märkten. Es gibt allerdings auch Risiken. Nicht nur, dass die Banken in den überschuldeten Staaten zunehmend abhängig von der EZB sind. Zusätzlich werden Risiken von der Peripherie in die stabileren Länder verlagert. „Die Bundesbank sitzt mit im Boot, wenn die Notenbanken im Süden ihren Geschäftsbanken Geld leihen, ohne werthaltige Sicherheiten zu verlangen“, sagt etwa Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Bei einem Zahlungsausfall hafte sie mit.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin

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  • Hahaha... Und der Bofinger singt immer noch!

  • Wieso denn, meine Herren? Der Planwirtschaftsweise Bofinger behauptet steif und fest, es gäbe keine Inflation. Ich hoffe doch sehr, Sie sind einfältig genug und nicken gnädig, wenn die Oberintellektpfeife Bofinger das Wort führt.
    Man könnte ein neues Verb kreieren: "bofingern" - damit ist gemeint, ein "politisches Projekt" durch Täuschung, Belügen und Tricksen in den Konsequenzen der Bevölkerung zu verheimlichen. Und damit meine ich nicht die HB-Leser! Die ZEIT-Leser allerdings schon. Von weiteren brauche ich nicht zu schreiben...

  • Real sind es >10% !!

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