Liste wird länger
Neue Emittenten nutzen Pfandbriefe

Die Liste der Emittenten, die noch in diesem Jahr erstmals Pfandbriefe begeben wollen, wird länger. Die BNP Paribas plant ihr Debüt am Jumbo-Markt, und auch die Deutsche Kreditbank konkretisiert íhre Pläne für den ersten Marktauftritt.

cü FRANKFURT. Gestern kündigte überraschend die französische Großbank BNP Paribas die Platzierung von Pfandbriefen beziehungsweise Covered Bonds an, wie die mit Hypotheken oder Staatskrediten gedeckten Anleihen auf internationalem Parkett genannt werden. BNP Paribas hat ein Programm über insgesamt 25 Mrd. Euro aufgelegt. Die Covered Bonds werden mit französischen privaten Hypothekendarlehen besichert sein.

Die erste Emission im Jumbo-Format – also über mindestens eine Mrd. Euro – soll noch im Dezember platziert werden. Ab morgen geht die Bank auf eine zweiwöchige Roadshow, um sich potenziellen Investoren vorzustellen. BNP Paribas will künftig jedes Jahr mehrere Jumbos platzieren. Die Konsortialführer für die Debüt-Emission stehen noch nicht fest. Das Programm hat die Bank selbst strukturiert.

Über Covered Bonds können sich Emittenten günstiger refinanzieren als über ungedeckte Anleihen. In Deutschland können seit Juli 2005 alle Banken Pfandbriefe begeben, wenn sie strenge Anforderungen erfüllen. Vor dem neuen Gesetz war die Emission nur Hypotheken- und Landesbanken erlaubt. Neue deutsche Emittenten haben das Gesetz bislang aber kaum genutzt, lediglich die WestLB und die Aareal Bank emittierten Pfandbriefe, hatten dies aber zuvor schon über Töchter getan.

Mit der Deutschen Kreditbank (DKB) zeigt sich jetzt der erste wirklich neue Emittent am deutschen Pfandbriefmarkt. Die DKB ist seit 1995 eine Tochter der Bayerischen Landesbank. Sie ging 1990 aus der ehemaligen Staatsbank der DDR hervor und ist auch heute vor allem in Ostdeutschland aktiv. Die DKB will kommende Woche einen fünfjährigen Jumbo über eine Mrd. Euro platzieren, der vor allem mit Forderungen an die öffentliche Hand in den neuen Bundesländern besichert ist. Konsortialführer sind Bayerische Landesbank, Citigroup, Commerzbank und Deutsche Bank. Die Ratingagentur Moody’s bewertet die Emission mit der Höchstnote „Aaa“. Die DKB selbst hat kein Rating.

DKB-Vorstand Klaus Sturm erwartet, dass der Debüt-Jumbo seines Hauses in etwa so viel Rendite wie Pfandbriefe der Bayerischen Landesbank bringen werden. Die DKB will künftig mindestens ein mal pro Jahr einen Jumbo begeben, zunächst sind dabei mit Krediten an die öffentliche Hand gedeckte Emissionen geplant.

Als neuer Emittent am Jumbo-Markt wird in der nächsten Woche außerdem die Gaxia Geral de Depositos als erste Bank aus Portugal einen Jumbo-Covered Bond begeben, der maximal 1,5 Mrd. Euro schwer wird. Noch weniger konkret sind die Pläne der schwedischen Stadtshypotek, die ebenfalls noch 2006 am Jumbo-Markt erwartet wird.

Debüt-Emittenten gab es in diesem Jahr schon viele. Das Aufsehen erregendste war das von der Sparkassengruppe Washington Mutual – der ersten Covered Bond Emission aus den USA. Die ersten Jumbos aus Schweden gab es im Oktober von Nordea und SCBC. Aus Großbritannien gaben – ebenfalls im Oktober – die Bausparkasse Yorkshire Building Society und die Großbank HSBC ihren Einstieg am Jumbo-Markt.

Insgesamt platzierten Banken in diesem Jahr schon Jumbo Covered Bonds über 160 Mrd. Euro und damit deutlich mehr als im Vorjahr.

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