Luxusmarken
Modemacher suchen Anleger

Design und Mode aus Italien sind weltweit gefragt. Vor allem in Asien und Russland sehnen sich die neuen Reichen nach edlem Design aus dem Mittelmeerland. Am Aktienmarkt dagegen ist die Auswahl für die Investoren bisher eher bescheiden. Nur wenige italienische Luxusfirmen sind an der Börse notiert. Doch das dürfte sich schon bald ändern.

MAILAND. Am 24. Juli will das Modehaus Aeffe an die Mailänder Börse. Mit den Marken Alberta Ferretti, Moschino und Pollini gehört das Unternehmen zu den weltweit bekannten italienischen Modemarken. Mit einem Umsatz von insgesamt 275 Mill. Euro im vergangenen Jahr spielt Aeffe bei den mittelgroßen Modefirmen mit.

Auch Ferragamo mit einem Umsatz von immerhin 631 Mill. Euro und Prada mit einem Umsatz von 1,4 Mrd. Euro haben ihre Notierung in Aussicht gestellt. Und auch bei Versace halten sich die Gerüchte, dass das Unternehmen sich an der Börse platzieren will. Im Herbst wird zudem der Börsengang von Casa Damiani, dem edlen Schmuckhersteller aus Mailand erwartet.

„Wir werden in den kommenden Jahren noch einige Börsengänge aus der Mode- und Luxuswelt sehen“, ist Armando Branchini, Präsident der auf den Luxussektor spezialisierten Marketingberatung Intercorporate überzeugt. Dafür spricht die gute Konjunktur weltweit, die vor allem in den asiatischen und osteuropäischen Ländern aber auch in Lateinamerika die Zahl der wohlhabenden Menschen steigen lässt. Seit dem Krisenjahr 2003 verzeichnet die italienische Luxusbranche wieder Jahr für Jahr Zuwächse. „Die italienischen Luxusunternehmen liefern bessere Ergebnisse ab als die Vertreter anderer Branchen“, stellt Branchini fest. Außerdem hilft das gute Börsenumfeld.

„Derzeit werden hohe Multiples bezahlt, da bekommt man Lust zu verkaufen“, erklärt Emanuele Pedrotti, Direktor von Alix Partner das Interesse der Unternehmen am Börsengang und weist auf die hohe Liquidität am Markt hin. Die bisher notierten Luxushäuser werden am Markt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von deutlich mehr als 23 gehandelt – Kennzahlen, von denen die meisten Industrieunternehmen und Banken nur träumen können.

Massimo Ferretti, der Präsident von Aeffe nennt drei Gründe für seinen Börsengang: „Wachsen, indem wir die Eröffnung neuer Läden finanzieren, den Bekanntheitsgrad erhöhen und die Schulden reduzieren, um Möglichkeiten nutzen zu können, die der Markt in Zukunft bietet.“ Dabei spielen die so genannten Mono-Marken-Läden, die im Gegensatz zu Kaufhäusern nur die Produkte eines Hauses führen, eine wichtige Rolle. Ihre Eröffnung kostet zwar zwischen fünf und 50 Mill. Euro pro Laden. Aber: „Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen der Zahl der Mono-Marken-Läden und dem Wachstum der Unternehmen“, erklärt der Luxus-Experte Branchini. Die Läden seien die wichtigste Ressource der Unternehmen.

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