Trends
Manager kaufen wieder eigene Aktien

Am 12. August haben Vorstände der Stada AG begonnen, in mehreren Blöcken Aktien der eigenen Firma zu kaufen. Der Kurs der Stada-Aktie ist seither um 12 Prozent gestiegen. Am 20. Juli haben die Vorstände von Freenet massiv Aktien verkauft. Der Kurs ist seitdem um 32 Prozent gefallen. Wenn Manager eigene Aktien kaufen oder verkaufen, dann ist das häufig ein Signal für die weitere Gewinn- und auch Kursentwicklung der Aktie.

HB DÜSSELDORF. "Wenn diejenigen Aktien kaufen, die das beste Gefühl für die Firma haben, dann ist das ein ernst zu nehmender Faktor", sagt Kapitalmarkt-Analyst Hans-Jörg Naumer von der Dit-Fondsverwaltung. Danach können Anleger jetzt wieder Hoffnung schöpfen. Lufthansa, Infineon, Evotec – erst in den letzten Tagen haben Vorstände und Aufsichtsräte kräftig eigenes Geld investiert. Auch bei Henkel ist schon seit vielen Wochen zu beobachten, dass sich die Top-Manager eigene Titel aufs Konto legen. Nach der Verkaufswelle im Mai und im Juni hat sich hier zu Lande wie in den USA das Verhältnis von Käufen zu Verkäufen deutlich verbessert. Damit dürften die Aktienkurse in zwei bis vier Monaten generell wieder nach oben gehen. So lange, beobachten Analysten, dauert es, bis die Märkte nachziehen.

Volker Dietrich von der Fondsverwaltung VCH Equity Group, die mehrere Fonds nur nach dem strikten Kriterium Insiderverhalten ausrichtet, rät allerdings zur Vorsicht: "Nicht alle Manager beherrschen das Timing." Er nimmt nur Werte ins Portfolio, bei denen sich die Käufer schon früher Geschick bewiesen haben. "Stada ist auf jeden Fall ein Kauf-Signal", sagt Dietrich. Die jüngsten Verkäufe von Adidas-Aufsichtsratsmitglied Christian Tourres seien ebenfalls ein verlässliches Zeichen, dass die Aktie schon sehr hoch bewertet ist. "Tourres hat schon öfter den richtigen Zeitpunkt erwischt", meint Dietrich. Auch die jüngsten Verkäufe bei Puma seien als Verkaufs-Signal zu werten. Mit der Strategie, strikt nach dem Verhalten der Manager (Fachwort: Director’s Dealing) Aktien zu wählen, hätten seine Fonds seit ihrer Gründung im Jahr 2001 die Entwicklung des S&P 500 deutlich hinter sich gelassen, sagt er. Wobei die Entwicklung allerdings stark schwankte.

Verlässliche Trends über ganze Branchen lassen sich in Deutschland bis jetzt noch nicht ableiten. Dazu ist die Meldepflicht für Director’s Dealings noch zu neu. Erst seit Juli 2001 müssen Vorstände, Aufsichtsräte und deren engste Familienmitglieder die Transaktionen der BaFin melden. Dabei ist die Meldepflicht auf Geschäfte im Volumen von mehr als 25 000 Euro beschränkt. Deshalb verzichtet Dietrich hier auch nicht auf die Fundamentalanalyse einer Aktie. Ab Oktober werden mit dem neuen Anlegerschutz-Gesetz schon Transaktionen ab 5 000 Euro meldepflichtig sein.

In den USA, wo die Meldepflicht schon eine lange Geschichte hat, verlässt sich Dietrich dagegen überwiegend auf die Daten aus dem Insiderhandel. Nach Angaben des Finanzinformationsdienstes Vickers ist die Kauflust der Manager vor allem bei Banken, Versicherungen und in der Pharma-Branche gestiegen. In jüngster Zeit hat Dietrich Titel der Hypothekenbank Novastar Financial, des Biotechunternehmens NBTY und des Betreibers von Einkaufszentren General Growth Properties mit ins Portfolio genommen. Eine ganze Anlagestrategie nach dem Insiderverhalten auszurichten, ist bisher noch die Ausnahme. Doch Profis beobachten es sehr genau: Portfoliomanager Marc-Alexander Knieß von der DWS sagt: "Als zusätzliches Mosaiksteinchen beziehen wir das in unsere Entscheidungen mit ein."

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