Manche Strategen wittern Chancen
Mit dem Ölpreis auf Renditejagd

An den Finanzmärkten zählt Öl zu den heißesten Spekulationsobjekten: Der Preis pro Barrel steigt und steigt. Auch die Erleichterung über absehbar mehr Öl aus Saudi-Arabien hielt nur kurz an. Nach einem kurzzeitigen Rutsch auf bis zu 133,46 Dollar stieg der Preis für ein Fass WTI-Öl im Handelsverlauf am Montag auf ein neues Allzeithoch bei 139,12 Dollar je Barrel. Wie Anleger von immer höheren Notierungen profitieren können.

FRANKFURT. Viele Experten gehen davon aus, dass in den kommenden Monaten weitere Höchststände folgen. So schließen die Analysten von JP Morgan und von Sachs inzwischen nicht mehr aus, dass der Preis schon bald über 150 Dollar je Barrel steigen könnte.

Auch Eugen Weinberg, Rohstoff-Experte der Commerzbank, hält Kurssprünge auf 150 bis 170 Dollar für möglich. Gleichzeitig erwartet er jedoch, dass die Rally in den kommenden drei Monaten ihren Höhepunkt erreichen wird. Anschließend werde der Ölpreis schnell sinken. Für das kommende Jahr seien Notierungen unter 100 Dollar ein realistisches Szenario.

Die beiden Meinungen zeigen stellvertretend die Schwierigkeiten, die selbst Profis im Moment mit dem Ölpreis haben. Die starken Schwankungen der Notierungen und der Einfluss spekulativer Investoren machen Vorhersagen extrem schwer. Anleger, die auf die Entwicklung des Ölpreises setzen wollen, stellt das vor große Herausforderungen. Wer sich dennoch eine Marktmeinung zutraut, kann mittlerweile auf einen breiten Instrumentkasten zurückgreifen, mit dem er an der Ölpreisentwicklung teilhaben kann.

Klassiker unter den Ölanlagen, mit denen sich Anleger ein Stück weit von den täglichen Preisschwankungen lösen, sind die Aktien großer Ölgesellschaften. Dennoch lässt sich der scharfe Preisanstieg des Rohstoffs nicht an den Kursen der Ölkonzerne ablesen: Seit Jahren laufen die Kurse seitwärts, und seit Jahresbeginn liegen viele Aktien sogar im Minus. Die Kosten vieler Gesellschaften steigen seit Jahren schneller als die Erlöse. Zudem fördern die Konzerne trotz begrenzter Reserven erheblich mehr Öl, als sie neu finden oder aus bestehenden Lagerstätten wirtschaftlich fördern können.

"Die für die Branche wichtige Kennziffer der Neuentdeckungen im Verhältnis zur Förderung liegt häufig nur deshalb deutlich über 100 Prozent, weil die Unternehmen Öl und Gas zusammen rechnen. Exxon etwa förderte im letzten Jahr knapp doppelt so viel Öl, wie es neu entdeckte oder nun wirtschaftlich abbauen kann", sagt Dr. Werner Zittel, der für die Energy Watch Group der weltweite Fördermenge beobachtet.

Den Pessimimus vieler Marktteilnehmer halten manche Strategen für überzogen und wittern Chancen. Die Analysten der Credit Suisse halten Ölwerte für drastisch unterbewertet: "Der günstigste Ort, um nach Öl zu bohren, ist die Wall Street", schreiben sie in einer Studie. "Laut unseren Modellen werden die großen Ölkonzerne aktuell auf einem Niveau gehandelt, das einen Ölpreis von ungefähr 70 Dollar unterstellt", heißt es weiter.

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