Marktausblick
Dax auf Rekordjagd

„8 136“, diese Marke ziert seit März 2000 als bisheriges Allzeithoch des Deutschen Aktienindex (Dax) die Kurstafel an der Deutschen Börse. Und sie könnte dort die längste Zeit gestanden haben, glauben Experten.

FRANKFURT. Spätestens im kommenden Jahr soll an dieser Stelle ein neues Allzeithoch leuchten. Und zwar eines, das nicht von Spekulationen und über bortender Phantasie geprägt ist, wie das vor über sieben Jahren der Fall war, sondern mit realen Gewinnen, vollen Auftragsbüchern und einer schlanken Unternehmensstruktur unterfüttert ist.

„Es zeichnet sich immer mehr ab, dass der Aufwärtstrend am Aktienmarkt nachhaltig ist“ sagt Gerhard Grebe, Vorstand der deutschen Niederlassung des Schweizer Bankhauses Julius Bär. In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres hat der Dax bereits um elf Prozent an Wert gewonnen. Im vergangenen Jahr waren es 24 Prozent, womit er sich an die Spitze der europäischen Leitindizes setzte. Ein wesentlicher Indikator dafür, dass der Aufwärtstrend noch längst nicht zu Ende ist, ist für Grebe der private Konsum. „Die Privathaushalte warten gewöhnlich zu Beginn einer Aufschwungphase immer erst ab, ob der Trend beständig ist, und springen dann auf“ sagt er. Genau das sei jetzt der Fall.

Speziell die deutlich rückläufige Arbeitslosigkeit und die damit zusammenhängende größere Kaufkraft in der Bevölkerung tragen nach Ansicht von Volkswirten einen erheblichen Teil zum weiteren Aufschwung an den Aktienmärkten bei. „Vor allem die lange lahmende Binnenwirtschaft gewinnt mehr und mehr an Bedeutung“, sagt Franz Wenzel, Chef-Volkswirt bei Axa Investment Managers in Paris. Der Würzburger, der seit zehn Jahren die Geschicke dort leitet, sieht in diesem Fall den deutschen Markt auch eindeutig im Vorteil gegenüber Frankreich, der anderen starken Nation im Euroraum. Dort sind die Realeinkommen zuletzt nicht so gewachsen wie in Deutschland.

Dennoch sei Deutschland wegen der teils schmerzhaften Einschnitte in den letzten Jahren weitaus besser in der Lage, Lohn- oder Steuererhöhungen zu verkraften. „Deswegen ist die Mehrwertsteuererhöhung um drei Prozent zum Jahreswechsel längst kein Thema mehr. Und bei den anstehenden Lohnrunden ist branchenübergreifend auch eine Drei vor dem Komma zu verkraften“, sagt Wenzel.

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